Untersuchungshaft
Middelhoff scheitert erneut vor Gericht

Der inhaftierte Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff ist mit einer weiteren Beschwerde gegen seine Untersuchungshaft gescheitert. Der 61-Jährige hatte sogar eine hohe Sicherheitsleistung geboten – das Gericht lehnte ab.
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HammEs bestehe weiterhin der Haftgrund der Fluchtgefahr, entschied das Oberlandesgericht (OLG) Hamm am Dienstag nach Angaben eines Sprechers. Es sei wahrscheinlicher, dass Middelhoff einem „bestehenden Fluchtanreiz“ nachgebe, als dass er sich dem weiteren Strafverfahren stellen werde.

Auch könne der OLG-Senat nicht davon ausgehen, dass sich der Ex-Spitzenmanager notwendigen ärztlichen Behandlungen unterziehen müsse, die eine Fluchtgefahr entscheidend herabsetzen würden. Als nicht ausreichend wertete das Gericht eine von Middelhoff angebotene Sicherheitsleistung in Höhe von nahezu 900.000 Euro.

Das Essener Landgericht hatte den einstigen Spitzenmanager am 14. November wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt und noch im Verhandlungssaal einen Haftbefehl gegen ihn verkündet. Nach Überzeugung des Landgerichts hatte Middelhoff Flüge und eine Festschrift zu Unrecht teils über Arcandor abgerechnet. Der frühere Arcandor-Chef legte gegen das Landgerichtsurteil Revision ein, über die der Bundesgerichtshof noch nicht entschieden hat.

Unterdessen berichtete die „Süddeutsche Zeitung“, Middelhoffs Villa im französischen Saint-Tropez stehe inzwischen zum Verkauf. Der Verkaufspreis wurde mit 30 Millionen Euro angegeben. Hintergründe seien nicht bekannt, berichtete die „SZ“ in ihrer Dienstagsausgabe weiter. Die Immobilie gehört demnach nicht Middelhoff als Privatperson, sondern einer Immobiliengesellschaft, deren genaue Eigentumsverhältnisse undurchsichtig seien.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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