Untreueprozess um Klöckner-Kauf
Balli-Chefs erhalten Bewährungsstrafen

Vier Jahre nach der Übernahme des Duisburger Stahlhändlers Klöckner & Co sind die Inhaber der Londoner Balli- Gruppe zu Bewährungsstrafen und Geldbußen in Millionenhöhe verurteilt worden.

HB DUISBURG. Das Landgericht Duisburg verurteilte den Angeklagten Hassan Alaghband (48) wegen Untreue zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung und zur Zahlung von 2,25 Mill. Euro. Sein Bruder Vahid (53) erhielt wegen Anstiftung zur Untreue ebenfalls eine Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren und muss 1,75 Mill. Euro zahlen.

Die Brüder hatten gestanden, zur Finanzierung der Übernahme illegal Geld aus dem Klöckner-Konzern gezogen zu haben. Nach deutschem Recht ist bei Aktiengesellschaften der so genannte Leveraged Buy Out nicht möglich. Balli-Vorstandschef Vahid Alaghband wurde nach Bekanntwerden des illegalen Geschäfts mit internationalem Haftbefehl gesucht und 2003 bei einem Geschäftsbesuch in der Schweiz festgesetzt. Insgesamt saß Alaghband elf Monate in Auslieferungshaft und in deutscher Untersuchungshaft, bis er gegen Zahlung von sechs Mill. Euro Kaution auf freien Fuß kam.

Im Prozess hatten sich bereits am ersten Verhandlungstag Ende November die Beteiligten auf eine nach deutscher Rechtsprechung mögliche Strafobergrenzen-Erklärung geeinigt. Darin wurde als Gegenleistung für ein Geständnis eine Höchststrafe von zwei Jahren Haft zur Bewährung mit Geldauflage von zwei Mill. Euro für Vahid und 2,5 Mill. für Hassan Alaghband ausgemacht. Andernfalls hätten lange Haftstrafen gedroht.

Der Werkstoffhändler Balli hatte 2001 die größere Klöckner-Gruppe für 1,1 Mrd. Euro vom Energiekonzern Eon erworben. Die Angeklagten sollen dabei mindestens 47,5Mill. Euro von KlöCo- Konten abgezogen haben, noch bevor sie Klöckner rechtswirksam erworben hatten. Faktisch hatten sie sich aber schon vor der Übernahme die Verfügungsgewalt bei Klöckner gesichert.

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