Ursula Gather
Chefin der Krupp-Stiftung – für drei Jahre

Ursula Gather tritt ein schweres Erbe an. Die Nachfolgerin des Ruhrbarons Beitz erhält nur einen Dreijahresvertrag an der Spitze der Krupp-Stiftung. In der Zeit muss sie sich als Retterin von Thyssen-Krupp beweisen.
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DüsseldorfGerade einmal drei Jahre Zeit gibt die Krupp-Stiftung ihrer neuen Kuratoriumschefin Ursula Gather, um sich als Nachfolgerin des neulich verstorbenen Ruhrbarons Berthold Beitz zu bewähren. Das erfuhr das Handelsblatt (Freitagsausgabe) aus Kreisen der Essener Stiftung, die mit 25,3 Prozent Hauptaktionärin des Dax-Konzerns Thyssen-Krupp ist.

Die 60-jährige Rektorin der Technischen Universität Dortmund, in Kreisen der Schwerindustrie ein unbeschriebenes Blatt, war am Dienstag überraschend zur neuen Kuratoriums-Vorsitzenden gewählt worden.
Zwar verlief die Wahl einstimmig, wie das Handelsblatt erfuhr, doch der Vorsitz endet für Gather bereits wieder am 30. September 2016 — was überrascht: Immerhin wurden die zehn Gremienmitglieder, die das Erbe der Gründerfamilie Krupp vertreten, einst von Beitz für deutlich längere Zeiträume ins Stiftungskuratorium berufen. Beitz selbst hatte dem Gremium 45 Jahre vorgestanden.

Auch die Wissenschaftlerin wird sich keineswegs, wie von manchen kurz nach der Wahl befürchtet, nur ums Geldverteilen aus der Stiftung kümmern. „Die Frage um den Erhalt von Thyssen-Krupp wird weiterhin das Thema Nummer eins sein“, sagte ein Mitglied des Gremiums.

Tatsächlich ist das Stiftungskuratorium dazu sogar verpflichtet, wie aus der Präambel der geheim gehaltenen Stiftungssatzung hervorgeht. „Zweck der Stiftung soll es nach der Verfügung von Alfried Krupp sein“, heißt es dort unter Punkt A, „die Einheit des Unternehmens Friedrich Krupp im Sinne seiner Vorfahren in Zukunft zu bewahren.“ Erst im Anschluss daran bestimmt die Satzung, dass die Einnahmen „philanthropischen Zwecken“, wie Forschung, Lehre oder den „Schönen Künsten“ zuzuführen sei.

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