Ursula Piëch: Die VW-Regentin (in spe)

Ursula Piëch
Die VW-Regentin (in spe)

Ursula Piëch soll ihrem Mann Ferdinand, dem Patriarchen des Autokonzerns aus Wolfsburg, nach dessen Tod als Verwalterin seiner Anteile folgen. Das Firmenvermögen hat Piëch in zwei Stiftungen eingebracht, um den Einfluss anderer Erben zu begrenzen.
  • 0

HAMBURG. Es wäre eine Karriere wie im Märchen: Das ehemalige Kindermädchen Ursula Piëch soll zur wichtigsten Frau im Volkswagen-Imperium aufsteigen. Damit würde sie zur Regentin in dem Konzern, der sich anschickt, bis 2018 der größte Autobauer der Welt zu werden.

Die Ehefrau von VW-Patriarch und Porsche-Enkel Ferdinand Piëch wird die milliardenschweren Unternehmensanteile ihres Mannes nach dessen Tod verwalten. Und sie soll seine dominante Rolle nicht nur innerhalb des Familienclans, sondern auch bei VW übernehmen. Hochrangige VW-Manager trauen ihr zu, auch eine wichtige Rolle im Aufsichtsrat zu spielen.

Am Wochenende wurde bekannt, dass Piëch seine Anteile an VW und Porsche in zwei Stiftungen österreichischen Rechts eingebracht hat. Der 73-Jährige hält sieben Prozent an Porsches Finanzholding SE, die wiederum jeweils die Mehrheit der Aktien am Sportwagenbauer Porsche AG und an der Volkswagen AG innehat. Und er besitzt zehn Prozent der Salzburger Porsche Holding, einer der größten Autohändlergruppen der Welt.

"Mir liegt die gesicherte Zukunft unserer Unternehmen am Herzen. Deswegen und im Sinne der Nachhaltigkeit habe ich mich - ähnlich wie Bosch es getan hat - für die Stiftung entschieden", sagte Piëch dem Nachrichtenmagazin "Focus". Rückhalt kommt vom mächtigen Betriebsrat. "Für die Arbeitnehmer ist dies ein positives Signal der nachhaltigen Stabilität. Die Stiftungen sind ein Bekenntnis zum Unternehmen und zu den Menschen, die dort ihren Lebensunterhalt verdienen", sagte Volkswagens Betriebsratschef und Aufsichtsrat Bernd Osterloh dem Handelsblatt.

Noch gibt Piëch die Macht aber nicht aus der Hand. Den Vorsitz der beiden Stiftungen "Ferdinand Karl Alpha" und "Ferdinand Karl Beta" übt er selbst aus, solange er lebt. Erst wenn er stirbt, soll ihm seine Frau Ursula folgen - es sei denn, sie heiratet einen anderen. Doch schon heute ist in Wolfsburg spürbar, dass der Einfluss der künftigen Erbin stetig zunimmt.

Die von Familie und Freunden "Uschi" genannte Österreicherin, mit der Ferdinand drei seiner zwölf Kinder hat, wurde ebenso wie Liz Mohn, Friede Springer und Maria-Elisabeth Schaeffler lange unterschätzt. Sie sei für ihren Mann eine entscheidende Ratgeberin, sogar in Autofragen, heißt es aus seinem Umfeld.

Piëchs Nachkommen, etwa aus der Beziehung zu seiner Schwägerin Marlene Porsche, bekommen nur begrenzt Einfluss auf die Stiftungen - und das offenbar auch in unterschiedlichem Umfang. Piëch hält die Lösung für stabil. "Dabei weiß ich die Mehrheit meiner Erben hinter mir", sagte er.

Seite 1:

Die VW-Regentin (in spe)

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Kommentare zu " Ursula Piëch: Die VW-Regentin (in spe)"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%