Urteil
Arzterben haften für Behandlungsfehler

Ärzte können die Schadensersatzpflicht nach "groben Behandlungsfehlern" nur vermeiden, wenn ihr Fehlgriff keine Krankheit ausgelöst hat und sie das auch beweisen können. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) im Fall eines ehemaligen Fußballers klargestellt, der von den Erben seines Arztes Schadensersatz forderte (VI ZR 118/06).

Der Verstorbene habe durch Missachtung von Hygienevorschriften beim Setzen einer Spritze eine Infektion und eine langwierige Verletzungspause verursacht. Das Oberlandesgericht Karlsruhe (OLG) hatte die Klage zurückgewiesen, doch der BGH hob das Urteil jetzt auf.

Entgegen der Ansicht des OLG müsse der Ex-Profi nicht beweisen, dass es sich um eine Infektion und nicht um eine allergische Reaktion handelte. Angesichts des unstreitig groben Fehlers seien stattdessen die Erben des Arztes in der Pflicht. Für diese Beweislastumkehr reiche es, dass "der Fehler generell zur Verursachung des eingetretenen Schadens geeignet ist".

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