Urteil auch für andere Markenhersteller bedeutend
Plastikpuppe oder Grillgericht?

Denkt man bei einem Restaurant namens "Barbie?s Bar and Grill" zuerst an saftige Steaks oder an Barbie, das schlanke blonde Plastikpüppchen mit den langen Beinen? An dieser Frage hat sich in Kanada ein Streit entzündet, der nicht nur die Öffentlichkeit bestens unterhält, sondern auch zum Testfall für den Markenschutz des Landes werden soll.

OTTAWA. "Barbie?s Bar and Grill" ist ein beliebtes Restaurant am Boulevard Bouchard in Dorval, nicht weit vom Montrealer Flughafen Pierre Trudeau entfernt. Steaks, Hamburger, Salat mit gegrilltem Hühnerfleisch und das berühmte Montrealer "Smoked Meat" stehen auf der Speisekarte. "Sie werden uns niemals hungrig verlassen", verspricht der Besitzer von "Barbie?s Grill", der noch drei weitere Lokale unter demselben Namen betreibt.

Dem Spielzeugkonzern und Barbie-Puppen-Hersteller Mattel sind die Restaurants ein Dorn ein Auge: Mattel will dem Betreiber das Recht streitig machen, seinen Gaststätten Namen zu geben, die an die Plastik-Blondine erinnern. Dass dies so sei, behauptet Mattel und meint es ernst: Nach dem Scheitern in früheren Instanzen hat nun das oberste kanadische Gericht, der Supreme Court, die Berufungsklage des Konzerns zugelassen. Im Oktober wird der Court Argumente hören, ob der Gastronom mit der Namensgebung für seine Grillrestaurants Mattels Recht auf die Namen "Barbie" und "Barbies" verletzt hat.

Das Verfahren ist nicht nur für Mattel bedeutend, sondern auch für andere Markenhersteller, die eine Aushöhlung ihrer Urheberrechte in Kanada fürchten und Schutz einfordern. Denn das Gericht hat das Barbie-Verfahren mit einem weiteren Rechtsstreit verbunden: Der französische Champagnerhersteller Veuve Cliquot klagt vor Gericht, dass die kanadische Handelskette Les Boutiques Cliquot mit dem Begriff "Cliquot" wirbt.

Mattel hatte "Barbie" und "Barbies" vor drei Jahrzehnten in Kanada schützen lassen. Im September 1993 meldete der Montrealer Restaurantbetreiber "Barbie?s" und das entsprechende Design als Warenzeichen an. Mattel erhob Einspruch, weil dies zu einer "Verwechslung" mit ihrem Warenzeichen führen könne, das für Puppen und Puppenzubehör angemeldet worden sei.

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