Urteil bezieht sich auf stark beworbene Produkte
Lidl muss Lockvogelangebote zwei Tage auf Lager haben

Der Lebensmittel-Discounter Lidl ist in einem Rechtsstreit um so genannte Lockvogelangebote unterlegen.

HB FRANKFURT. Lidl dürfe für Waren des täglichen Bedarfs - im vorliegenden Fall Computerbildschirme mit Funk-Tastatur - nicht in hervorgehobener Weise werben, wenn die Artikel nicht mindestens zwei Tage vorrätig seien, heißt es in einem am Montag bekannt gewordenen Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart (2 U7/05).

Geklagt hatte die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e.V. Sie hatte moniert, dass Lidl in regionalen Zeitungen ganzseitig für den Computerbildschirm geworben hatte, der Artikel aber schon nach einer Stunde ausverkauft gewesen sei. "Es ging in dem Verfahren nicht um das Angebot an sich, sondern um die Art der Werbung", erläuterte Reiner Münker von der Wettbewerbszentrale.

Das Gericht wies in seinem Urteil die Argumentation von Lidl zurück, der Verbraucher erwarte bei solchen Angeboten, dass die Waren sehr schnell ausverkauft seien. Auch der kleingedruckte Hinweis am unteren Rand der Anzeige "Bei diesem Artikel besteht die Möglichkeit, dass er trotz sorgfältiger Bevorratung kurzfristig ausverkauft ist", vermeide eine Irreführung des Verbrauchers nicht, entschied das Gericht. Eine Berufung ist nicht möglich.

Gegen Lidl sind noch eine Reihe ähnlicher Klagen wegen Lockvogelangeboten anhängig, unter anderem wegen des Verkaufs von Bahntickets und Digitalkameras.

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