Urteil
Fehlende Aufzeichnung kommt teuer

Wenn es an ordnungsgemäßen Aufzeichnungen von Freiberuflern über die tatsächlichen Einnahmen aus der Praxis fehlt, kann das angebliche Einbringen von Privatvermögen in den Betrieb schnell zum teuren Vergnügen werden. Das geht aus einer Entscheidung des Finanzgerichts Saarbrücken in einem Verfahren über Umsatzsteuer hervor.

li DÜSSELDORF. Ein Anwalt hatte nach seinen Angaben "Einlagen aus dem Privatvermögen" von mehr als 90 000 Euro in die Kanzlei eingebracht. Das hätte keine Auswirkung auf den Kanzleigewinn gehabt. Das Finanzgericht schenkte der Behauptung jedoch keinen Glauben. Die Richter bestätigten vielmehr die Auffassung des Finanzamts, dass von der angeblichen Einlage auf steuerpflichtige Umsätze von mindestens 45 000 Euro geschlossen werden könne.

Das Gericht führte aus, dass ein Gewerbetreibender oder Freiberufler bei Einzahlungen auf ein betriebliches Konto eine erhöhte Mitwirkungspflicht bei der Aufklärung habe, woher das Geld stamme. Einlagen aus dem Privatvermögen zählen bei der Gewinnermittlung nicht als steuerpflichtiger Gewinn, sondern werden von diesem abgezogen. In den Büchern des Anwalts war aber mangels Führung eines Rechnungsausgangsbuchs unklar geblieben, in welcher Höhe überhaupt Rechnungen an Mandanten erstellt worden waren. Der Anwalt hatte stattdessen Rechnungen in den jeweiligen Mandantenakten abgeheftet. Das Gericht meinte, auch bei Einlagen in das Betriebsvermögen habe der Steuerpflichtige aufzuklären, dass das Geld nicht aus anderen steuerpflichtigen Quellen stamme. Anderenfalls könne angenommen werden, dass zumindest ein Teil der "Einlagen" auf nicht versteuerten Einnahmen beruhe.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%