Urteil
Fundus-Anleger verbuchen Teilerfolg vor Gericht

Der Kölner Anbieter von geschlossenen Fonds soll Ausschüttungen an seine Anleger nachzahlen - das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, Fundus behält sich eine Berufung vor. Auslöser des Rechtsstreits war ein misslungenes Immobilenprojekt in Berlin.

DÜSSELDORF. Das Landgericht Aachen hat die Fundus Fonds-Verwaltungen GmbH dazu verurteilt, einem Anleger ihres Fonds Nr. 27 Ausschüttungen für die Geschäftsjahre 2003 bis 2007 nachzuzahlen (Az.: 1 O 419/07 v. 27.03.08). Fundus hatte ab dem Jahr 1997 bei Anlegern für eine Kapitalerhöhung beim Fonds 27 geworben. Insgesamt ging es bei dem 1993 aufgelegten Fonds um 30 Mill. D-Mark.

Den Zeichnern wurde das Angebot mit Vorzugsausschüttungen in Höhe von sechs Prozent jährlich bis zum Jahr 2007 schmackhaft gemacht. Im Jahr 2003 erhielten Anleger letztmals Geld.

Die Richter schlossen sich der Darstellung der Münchner Anwaltskanzlei Mattil & Kollegen an, die Prospektaussagen zur Vorzugsausschüttung als Auszahlungsgarantie wertete. Fundus behält sich nach Prüfung des Urteils vor, in Berufung zu gehen. Die Kapitalerhöhung sei damals mit mehreren Prospekten vertrieben worden, in denen unterschiedliche Aussagen zur Vorzugsausschüttung gemacht worden seien, sagte ein Fundus-Sprecher. Wegen der unterschiedlichen Formulierungen rechnet Fundus auch nicht damit, nachträglich auf die komplette Kapitalerhöhung ausschütten zu müssen.

Der klagende Anleger hatte sich 1999 mit 200 000 DM an dem Fonds beteiligt. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, könnten zumindest einige Anleger ihre Verluste begrenzen. Das Geld des Fonds 27 floss in ein "Pyramide" getauftes Bürogebäude im Berlin. Das typische Steuersparobjekt der Nachwendezeit stand viele Jahre zu großen Teilen leer. Die Mieteinnahmen erreichten nicht den prospektierten Wert. Im Jahr 2005 wurde die Pyramide verkauft. Damals berichtete der Fonds-Branchendienst "Fondstelegramm", die 3 200 Anleger des Fonds hätten ihr Kapital in Höhe von 122,7 Mill. Euro komplett verloren. Der Verkaufspreis soll lediglich 16,1 Mill. Euro betragen haben. Fundus kommentierte den Verkaufspreis nie, räumt aber ein, dass die Einnahmen aus dem Verkauf nicht ausreichten, die Kredite abzulösen. Deswegen mussten auch die Banken auf Teile ihrer Forderungen verzichten. Anlegern, die sich von Anfang an an dem Pleiteprojekt beteiligt haben, hilft das Urteil nicht.

Ursprünglich hatte die Münchner Kanzlei gefordert, ihren Mandanten so zu stellen, als ob er sich nie an der Kapitalerhöhung beteiligt hätte. Das lehnten die Aachener Richter aber ab.

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