Urteil im Juli
US-Gericht entscheidet über Sammelklagen

Gleich in mehreren Fällen ist es in den USA zuletzt zu Sammelklagen gegen Unternehmen und Investmentbanken gekommen. Nun wird der oberste Gerichtshof in dieser Woche darüber beraten, ob Sammelklagen von Anlegern künftig strengere Maßstäbe erfüllen müssen.

tor NEW YORK. Dabei geht es einmal um die Anwendung von Kartellregeln in der Finanzindustrie. Zum anderen dreht es sich um die Frage, inwieweit Sammelkläger den Managern von Unternehmen konkret nachweisen müssen, dass sie von ihnen bewusst in die Irre geführt wurden. Die Urteile werden für Juli erwartet.

Das Kräfteverhältnis zwischen Sammelklägern und ihren Anwälten auf der einen Seite und den Unternehmen auf der anderen hat sich in den letzten Monaten verschoben. Erst kürzlich lehnte ein Berufungsgericht eine Sammelklage ehemaliger Enron-Aktionäre gegen die Investmentbanken Merrill Lynch und Credit Suisse ab. Finanzminister Hank Paulson hat sich zudem dafür ausgesprochen, die Flut von Sammelklagen einzudämmen.

Am gestrigen Dienstag beschäftigten sich die obersten Richter mit dem so genannten Credit-Suisse-Fall. Die Schweizer Großbank wird zusammen mit 15 anderen Wall-Street-Häuser beschuldigt, Anleger während des Internet-Booms gemeinschaftlich über die wahren Werte der Dotcom-Aktien getäuscht zu haben.

Die Investoren sehen darin einen Verstoß gegen das US-Kartellrecht. Die Banken beharren darauf, dass die Wall Street vom Wettbewerbsrecht ausgenommen sei, weil sie von anderen Aufsichtsbehörden wie der Börsenaufsicht SEC kontrolliert werde. Die SEC hat sich auf die Seite der Banken geschlagen.

Der zweite Fall betrifft den Telekomzulieferer Tellabs. Die Sammelkläger werfen dem Unternehmen vor, bewusst falsche Angaben über seine wirtschaftliche Lage gemacht zu haben. Der Aktienkurs gab nach einem Umsatzeinbruch kräftig nach. Tellabs argumentiert, dass Vorwürfe und Mutmaßungen nicht ausreichten, sondern konkrete Hinweise auf einen Betrug durch das Unternehmen vorliegen müssten. Glenn Lammi, Jurist bei der Washington Legal Foundation, sagt voraus, dass der Supreme Court in beiden Fällen für die Banken bzw. Unternehmen entscheiden wird.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%