Urteil ist rechtskräftig
Ex-EM-TV-Chef Haffa muss Anleger 10 000 Euro zahlen

Der einstige Börsenstar Thomas Haffa muss einem geprellten Anleger nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" rund 10 000 Euro Schadenersatz zahlen.

HB MÜNCHEN. Mit der Bekanntgabe falscher Halbjahreszahlen für die Medienfirma EM.TV im August 2000 habe Haffa den Anleger in sittenwidriger Weise geschädigt, entschied das Oberlandesgericht Frankfurt dem Bericht zufolge (Freitagausgabe). Das Urteil sei bereits am 10. Mai 2005 getroffen aber erst jetzt bekannt geworden. Die Entscheidung sei bereits rechtskräftig. Damit habe erstmals ein Aktionär erfolgreich vor Gericht gegen Haffa geklagt.

Haffa selbst reagierte dem Bericht zufolge zuversichtlich: "Es ist das erste und das letzte Urteil gegen mich persönlich", sagte er der Zeitung. Sein Anwalt erklärte, von 112 Klagen gegen Haffa seien 32 rechtskräftig abgewiesen worden, 79 seien noch anhängig und nur diese eine sei zugunsten des Klägers ausgegangen. Das Urteil sei auch nur deshalb rechtskräftig geworden, weil man wegen des geringen Streitwerts nicht zum Bundesgerichtshof habe gehen können. Das OLG hatte eine Revision dem Bericht zufolge nicht zugelassen, da die Sache "keine grundsätzliche Bedeutung" habe.

In dem konkreten Fall hatte der Anleger dem Bericht zufolge über seinen Bankberater von den Halbjahreszahlen erfahren. Die Ad-hoc-Mitteilung, in der die Zahlen veröffentlicht wurden, habe er also nur mittelbar gekannt. Dennoch habe ihm das Gericht Recht gegeben. Haffa sei "bedenkenlos" bereit gewesen, "sich über grundlegende Anforderungen des Kapitalmarkts hinwegzusetzen", zitierte die Zeitung aus dem Urteil. Er habe "die Schädigung eines großen Anlegerkreises aus Eigennutz billigend in Kauf" genommen (Aktenzeichen: 5 U 133/03).

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