Urteil
Mobilcom-Gründer Schmid zu Bewährungsstrafe verurteilt

Das Urteil über eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Mobilfunkbranche ist gefällt: Gerhard Schmid, Gründer von Mobilcom, ist vom Landgericht Kiel zu einem Jahr und neun Monaten Haft verurteilt worden. Ins Gefängnis muss Schmid allerdings nicht, die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

HB KIEL. Der frühere Milliardär und Gründer des Mobilfunkunternehmens Mobilcom Gerhard Schmid ist vom Landgericht Kiel zu einem Jahr und neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Gericht sprach den Unternehmer des vorsätzlichen Bankrotts in drei Fällen schuldig. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Schmid wurde zu Last gelegt, eigene Firmenanteile an eine Gesellschaft in Liechtenstein veräußert zu haben, obwohl die Landesbank Sachsen die Anteile pfänden wollte. Schmid hatte bei der Landesbank Schulden von 102 Mio. Euro aus einem Kredit für ein Immobilienprojekt, wie die Staatsanwaltschaft erklärt hatte. Aufgrund der Übertragung blieb eine Pfändung der Gesellschaftsanteile durch die Bank erfolglos. Außerdem wurde dem Ex-Manager vorgeworfen, weitere Beträge in Lichtenstein beiseite geschafft zu haben.

Schmid hatte Mobilcom 1991 gegründet und zu einem erfolgreichen Mobilfunkunternehmen ausgebaut. Er verhob sich aber mit dem Einstieg in das UMTS-Geschäft und wurde im Juni 2002 als Vorstandschef abgesetzt. 2003 meldete er Privatinsolvenz an.

Das Immobilienprojekt in Kiel ist inzwischen fast fertig. Es umfasst Büroräume und Wohnungen und gehört vor allem Schmids vermögender Ehefrau.

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