Urteil zum Fall eines Fonds-Kundin
Beratungs-Haftung nur drei Jahre einklagbar

Anleger können Beratungsfehler beim Kauf von Wertpapieren aus der Boomzeit des Neuen Marktes nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) nicht mehr einklagen.

HB DÜSSELDORF. Wie zuvor schon das Kammergericht Berlin lehnte der BGH in einem am Dienstag veröffentlichten Urteil die Verlängerung der Klagefrist bei fahrlässigen Beratungsfehlern auf dreißig Jahre ab. Damit gilt die 2002 auf drei Jahre verkürzte Verjährung auch für die Jahre seit 1998, was bisher strittig war.

Die Dreijahresfrist beginne nicht erst mit dem Kursverfall, sondern bereits mit dem Beratungsgespräch, stellte der BGH klar. Der Höhenflug des Neuen Marktes hatte im Jahr 2000 abrupt geendet.

Im konkreten Fall (Az.: XI ZR 170/04) hatte eine Kundin zu spät gegen ihren Anlageberater geklagt. Ihr Schadenersatzanspruch sei verjährt, befand der BGH. Das Gericht gab damit der Landesbank Berlin recht. Die Frau hatte auf die Beratung eines Bankmitarbeiters hin im Februar 2000 drei Fondsanteile vom Neuen Markt erworben, obwohl sie ihr Geld ausdrücklich nicht risikoreich anlegen wollte.

Als die Aktien deutliche Verluste zeigten, beschwerte sich die Kundin zwar bei der Bank, klagte jedoch erst im März 2003 Schadenersatz von 50 000 Euro wegen eines Beratungsfehlers ein.

Der BGH begründete sein Urteil damit, dass längere Fristen den Anlageberatern die Einschätzung des Haftungsrisikos erschwerten. Sie würden dann davor zurückschrecken, Papiere zu empfehlen, die ein höheres Risiko bergen, etwa Anteilsscheine von jungen, innovativen Unternehmen.

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