Urteil: Zwei Mitspieler einer Tippgemeinschaft gehen leer aus
Lottospieler muss Millionengewinn nicht teilen

Ein Lottospieler aus der Pfalz muss seinen Gewinn von 7,3 Millionen Euro nicht mit zwei ehemaligen Freunden teilen. Das Landgericht Koblenz entschied am Freitag, für das Gewinnspiel vom Oktober 2003 habe keine Tippgemeinschaft bestanden. Zwei angebliche Mitspieler hatten geklagt, weil sie sich um ihre Anteile von jeweils 2,4 Millionen Euro betrogen sahen.

HB KOBLENZ. Der Lottogewinner hatte mit einer Kundenkarte gespielt, die auf seinen Namen lautete. Die beiden angeblichen Mitspieler aus Rodalben hatten vor Gericht ausgesagt, sie hätten die Namen aller drei Spieler auf die Rückseite der ausgedruckten Spielquittung geschrieben. Laut Urteil ist die fragliche Quittung jedoch nicht beschriftet. Die Kriminalpolizei hatte keine Manipulation der Spielquittung feststellen können.

Die von dem Gewinner vorgelegte Quittung weicht allerdings vom Aussehen normaler Quittungen ab. In dem Verfahren hatte die Lotto Rheinland GmbH-Pfalz eingeräumt, dass möglicherweise jede tausendste Spielquittung fehlerhaft ist.

Nach Überzeugung der Kammer steht nicht fest, dass eine Tippgemeinschaft bestand. Die Kammer sei nicht überzeugt von den Aussagen der beiden angeblichen Mitspieler, sagte der Vorsitzende Richter. So habe sich einer der beiden von dem Gewinner zu einem Wochenendurlaub nach München einladen lassen, obwohl ihm doch angeblich ein Anteil des Gewinns gehört habe.

Der Anwalt der Kläger will eine Berufung vor dem Oberlandesgericht Rheinland-Pfalz prüfen. Bislang habe das Verfahren die beiden Kläger 140 000 Euro gekostet.

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