Urteile
Teure Zähne

Nüsse, Mandeln und mit Schrot gejagtes Wild: Die kulinarischen Highlights im Herbst stellen unser Gebiss auf harte Proben. Bricht ein Zahn ab, wird?s schnell teuer - beim Dentisten und beim Anwalt.

Schokoriegel: Ein Senior biss in einen Schokoriegel mit Erdnüssen. Eine Nuss war jedoch zu hart für die dritten Zähne, das vierstellige Zahnarzthonorar forderte er vom Hersteller des Riegels zurück. Auch vor Gericht biss er auf Granit: Ein Produktionsfehler liege nicht vor. Verbraucher müssten damit rechnen, dass Naturprodukte wie Nüsse vereinzelt "überhart" seien (Oberlandesgericht Köln, 3 U 184/05).

Sandwich: Eine Schraubenmutter versteckte sich im Toast eines an einer Tankstelle verkauften Sandwiches. Eine Mitarbeiterin biss drauf und ruinierte sich gleich fünf Zähne. Da sich während der langwierigen Zahnbehandlung eine besiegt geglaubte Magersucht wieder einstellte, forderte sie vom Tankstellenbesitzer 15 000 Euro Schmerzensgeld - ohne Erfolg. Dieser habe seine Pflicht durch regelmäßige Sicht- und Gewichtskontrollen erfüllt. Das Abtasten jeder Toastscheibe könne nicht verlangt werden (Oberlandesgericht Köln, 13 U 146/01).

Hasenfilet: Als ein Mann im Restaurant in sein Hasenfilet biss, brach wegen einer Schrotkugel ein Backenzahn entzwei. Er verlangte vom Besitzer 1 000 Euro Schadensersatz und Schmerzensgeld. Das Gericht sprach ihm 750 Euro zu: Wirte müssten Wildtiere, die "erfahrungsgemäß mit Schrot erlegt werden", besonders sorgfältig kontrollieren. Den Gast treffe aber eine 25-prozentige Mitschuld, da er zu sorglos zugebissen habe (Amtsgericht Waldkirch, 1 C 397/99).

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