Urteile
Was bei Billigfliegern nicht mehr akzeptabel ist

London, Rom oder Barcelona für 9,99 Euro? Für solche Kampfpreise müssen Kunden von Billigfliegern manchmal Ärger in Kauf nehmen. Doch die Gerichte sind auf ihrer Seite.

Eingeschneit

Ein Ehepaar hatte Flüge von Hahn im Hunsrück nach Torp bei Oslo und zurück gebucht. Am Rückflugtag schneite der norwegische Flugplatz ein. Die Fluggesellschaft bot den Passagieren einen Flug drei Tage später oder alternativ die Erstattung des Flugpreises an. Das fand das Paar nicht akzeptabel, die beiden übernachteten im Hotel und flogen anderentags mit der Lufthansa zurück. Die Hotel- und Flugkosten von 900 Euro stellten sie der Billigfluggesellschaft in Rechnung. Vor Gericht erhielten sie Recht: Die Fluglinie habe ihre Betreuungspflichten verletzt, indem sie keinen Transfer zu einem Ersatzflughafen organisierte (Oberlandesgericht Koblenz, 1 U 983/05).

Kleingedrucktes

Ryanair erklärte in den Geschäftsbedingungen die Flugzeitangaben kurzerhand für unverbindlich und schloss einseitig jegliche Haftung für das "Erreichen von Anschlussflügen" aus. Zudem behielt sich die Gesellschaft vor, "auf dem Flugschein ausgewiesene Zwischenlandeorte" zu ändern oder auszulassen. Das ging den Richtern zu weit, sie erklärten die Klauseln für unwirksam (Oberlandesgericht Köln, 6 U 29/03).

Lockvogel

Hapag-Lloyd-Express (HLX) machte Werbung mit einem Karnevalsangebot: 19,99 Euro für Flüge von Berlin nach Köln. Dass sei unlauterer Wettbewerb, so die Richter. HLX vergebe nur 6,3 Prozent der Plätze zum Schnäppchenpreis aus der Werbung, andere Tickets seien teurer. Solche Aktionen seien nur erlaubt, wenn mindestens zehn Prozent der Plätze zum Niedrigstpreis angeboten würden (Landgericht Hannover, 18 O 57/03).

Erdkunde

Ryanair darf den gut 70 Kilometer von Düsseldorf entfernten Flugplatz Weeze nicht "Niederrhein (Düsseldorf)" nennen. Das sei irreführend, auch wenn solche Distanzen in London oder New York normal seien. Das lasse sich nicht "auf die Situation am Niederrhein" übertragen, so die Richter (Oberlandesgericht Köln, 6 U 107/03).

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