Urteilsverkündung nach sechs Monaten
Chronik des Mannesmann-Prozesses

Vor sechs Monaten begann vor dem Düsseldorfer Landgericht einer der spektakulärsten deutschen Wirtschaftsprozesse. Insgesamt sagten 55 Zeugen im Mannesmann-Prozess aus. Die wichtigsten Etappen im Einzelnen:

HB DÜSSELDORF. Der Mannesmann-Prozess beginnt am 21. Januar 2004. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann zieht mit seinem Victory-Zeichen den Zorn der Öffentlichkeit auf sich. Auch seine Kritik am Verfahren wird ihm als Arroganz ausgelegt. Zwölf Tage später, am 2. Februar entschuldigt sich Ackermann auf der Bilanzpressekonferenz der Deutschen Bank für seine unbedachte Sieges-Geste zum Prozessauftakt bei der Vorsitzenden Richterin.

26. Februar: Einer der Hauptzeugen des Prozesses, Canning Fok, wird per Videovernehmung aus Hongkong zugeschaltet. Er bescheinigt den Angeklagten, insbesondere Klaus Esser, korrektes Verhalten. Am 25. März erklärt Vodafone-Chef Chris Gent, dass die Bonuszahlungen für den Ausgang des Übernahmekampfes zwischen Mannesmann und Vodafone unerheblich waren.

31. März: Die Zäsur. Das Landgericht zieht mit einem Rechtsgespräch Zwischenbilanz: Bislang seien keine Straftaten erkennbar, erklärt die Richterin. Alle Angeklagten könnten nach vorläufigem Stand mit einem Freispruch rechnen. Knapp einen Monat später, am 21. April kämpft die Staatsanwaltschaft mit einer Flut von neuen Beweisanträgen gegen die sich abzeichnenden Freisprüche. Sie werden zum großen Teil abgewiesen. Das Landgericht beendet die Beweisaufnahme am 16. Juni, der Mannesmann-Prozess geht in die Schlussphase.

30. Juni: Die Staatsanwälte zeigen sich in ihren Plädoyers von der Schuld der sechs Angeklagten überzeugt und fordern Haftstrafen zwischen einem Jahr und drei Jahren.
14. Juli: Die Verteidiger beantragen Freisprüche für alle Angeklagten. Diese beteuern in ihren Schlussworten nochmals ihre Unschuld. Am Donnerstag den 22. Juli findet die Urteilsverkündung statt.

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