US-Bank
CIT-Chef Peek: Antreiber wird Abwickler

Jeffrey Peek hatte große Pläne. Heute droht dem Mittelstandsfinanzierer CIT trotz einer Milliardenhilfe der US-Regierung das Aus. Peek wollte die Provinzfirma an die Spitze der Wall Street führen, doch die Pläne scheiterten an der Realität der Finanzkrise. Nun bleibt dem Macher nur noch die Abwicklung.

NEW YORK. Extravagante Parties, eine noble Büroadresse an der New Yorker Fifth Avenue und Auftritte als bewunderter Kunstmäzen: Das war bis vor kurzem die Welt des Jeffrey Peek. Der 61-Jährige lebte als Chef des lange als provinziell belächelten Mittelstandsfinanzierers CIT den Traum aller Wall-Street-Banker, die es nicht in einen der wenigen Chefsessel bei einem der etablierten Institute geschafft haben. Sie alle glauben daran, dass sie ein kleines Institut an die Spitze führen könnten, wenn man sie nur ließe. CIT gestand Peek diese Chance im Boom des billigen Geldes nach 2005 zu und erlitt damit Schiffbruch. Die hochfliegenden Pläne zerschellten an der Realität der Finanzkrise. Jetzt bleibt Peek nur noch die mehr oder weniger geordnete Abwicklung.

Peek hatte es bereits vor seinem Einstieg bei der 1908 in St. Louis im Bundesstaat Missouri gegründeten CIT weit gebracht. Bei der damals noch blühenden Investmentbank Merrill Lynch war er in den 90er-Jahren als Topmanager der Vermögensverwaltung Mitglied im Executive Management Committee, das das mittlerweile in der Krise untergegangene Haus führte. Auch bei der Schweizer Großbank Credit Suisse, zu der er 2002 wechselte, schaffte er es bis in die Konzernsteuerung. Ganz an die Spitze gelangte er jedoch erst 2005 bei der unscheinbaren CIT, mit der er es den alten Kollegen zeigen wollte. Dazu reichte die schnöde, von einem Bürogebäude neben einem Einkaufszentrum der Kleinstadt Livingston in New Jersey organisierte Kreditvergabe an eine Million Mittelständler nicht aus. CIT zog nach Midtown Manhattan und stieg ins Investment-Banking ein. Dem Vorbild von Merrill & Co folgend vergab CIT auch zweitklassige Kredite (Subprime) und verkaufte sie weiter. Peek trieb seine Leute an, die Gewinne sprudelten, und er sonnte sich im Erfolg. Als Sponsor der New Yorker Oper und des Metropolitan Museums of Art stieg er in die High-Society der Wall Street auf.

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