US-Bank
Citi setzte Chef wegen schwacher Leistung ab

Citigroup-Chef Vikram Pandit hat wegen verschiedener Rückschläge seinen Hut genommen. Nicht ganz freiwillig, sagen Insider. Nun muss er voraussichtlich auch noch auf einen Millionen-Obolus verzichten.
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New YorkVikram Pandit, der am Dienstag als Chef der Citigroup Inc. zurücktrat, wird voraussichtlich auf 33 Millionen Dollar in bar und Aktien aus seinem längerfristigen Vergütungsplan verzichten müssen - sofern der Aufsichtsrat keine Auszahlung vornimmt, um ihm den Abschied zu versüßen.

Citigroup hatte den Vergütungsplan im letzten Jahr ausgearbeitet. Wie aus Pflichtmitteilungen an die Börsenaufsicht und Daten von Bloomberg hervorgeht, sollte Pandit, basierend auf der bisherigen Entwicklung der Bank, eine Gewinnbeteiligung in Höhe von 19 Millionen Dollar, zeitlich verzögerte Aktien im Wert von derzeit 9 Millionen Dollar und Optionen im Wert von 4,6 Millionen Dollar erhalten.

Vergütungsexperte Steven Hall, Managing Director der New Yorker Beratungsgesellschaft Steven Hall & Partners, sagt, es sei typisch bei Vorstandschefs, die ihren Job aufgeben, dass sie auf im Vorhinein ausgehandelte Trennungsgelder verzichten und mit dem Aufsichtsrat neue Vereinbarungen treffen.

Bekäme Pandit nichts, würde dies signalisieren, dass er aufgestanden sei und gesagt habe: „Ich trete zurück“, erläutert Hall. Erhielte er Zahlungen, dann stelle sich die Frage, ob ihm damit die Entscheidung zum Rücktritt versüßt werden solle oder ob dies eine Belohnung für seine bisherige Leistung in einer schwierigen Zeit sein solle, sagt Hall.

Am Dienstagabend verlautete aus informierten Kreisen jedoch, dass Pandit vom Verwaltungsrat der Citigroup aus dem Amt gedrängt worden sein soll. Der Schritt sei seit Monaten diskutiert worden. Zu Vorfällen, die zur Entscheidung des Boards beigetragen haben, zählen den Kreisen zufolge die Rückweisung eines Plans durch die Aufsichtsbehörden, die Auszahlungen an die Aktionäre zu erhöhen. Hinzu gekommen seien die 2,9 Milliarden Dollar schweren Abschreibungen beim Broker Smith Barney und eine zweistufige Absenkung der Bonitätsnote durch die Ratingagentur Moody's Investors Service.

Sheila Bair, die in ihren Zeiten als Chefin der US-Einlagensicherung FDIC mit Pandit aneinander geraten war, bezeichnete den Abgang als „sehr positiv“ für Citigroup. „Ich hatte meine Bedenken zu den Qualifikationen von Herrn Pandit, als CEO der größten Geschäftsbank tätig zu sein“, sagte sie. Schließlich sei er nie ein Geschäftsbanker gewesen. Pandit hatte vor Citi einen Hedgefonds geführt.

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