Uwe Sehlbach
Thyssen-Krupp feuert Vorstand wegen des Schienen-Skandals

Thyssen-Krupp handelt: Der Industriekonzern hat nach der Aufdeckung des Schienenkartells Konsequenzen gezogen. Ein erster Schritt, aber keinesfalls die finale Lösung des Skandals.
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DüsseldorfAuf Druck von Konzernchef Heinrich Hiesinger muss Bereichsvorstand Uwe Sehlbach seinen Posten aufgeben. Das erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Sehlbach war zuletzt für den Geschäftsbereich Materials Services verantwortlich. Dem Manager sei keine Verstrickung in das Kartell nachzuweisen, aber er habe die politische Verantwortung für den Fall übernehmen müssen, hieß es.

In den vergangenen Tagen sorgte das Kartell mit dem Namen "Schienenfreunde" für Schlagzeilen. Über Jahre hinweg haben Mitarbeiter von Thyssen-Krupp, Voestalpine und anderen Stahlfirmen die Preise auf dem deutschen Schienenmarkt abgesprochen. Den Schaden trägt vor allem die Deutsche Bahn. Er liegt laut Unterlagen von Kartellbeteiligten, die dem Handelsblatt vorliegen, bei bis zu einer Milliarde Euro. Aufgeflogen war das Kartell durch eine anonyme Anzeige und einer Selbstanzeige von Voestalpine. Der österreichische Konzern hofft als Kronzeuge, von einem Bußgeld verschont zu werden.

Auch Thyssen-Krupp hofft auf Milde: "Wir kooperieren vollumfänglich mit dem Bundeskartellamt und der Staatsanwaltschaft", sagte Thomas Kremer, im Konzern für Compliance verantwortlich, dem Handelsblatt. Die Ergebnisse einer internen Ermittlung würden zeitnah dem Bundeskartellamt vorlegen. Ziel von Thyssen-Krupp ist dabei auch, das mögliche Bußgeld möglichst niedrig zu halten.

Außerdem will Thyssen-Krupp seine Schuldenlast durch den Verkauf eigener Aktien deutlich reduzieren. In einem beschleunigten Verfahren sollen 49,5 Millionen Anteilsscheine an der Börse platziert werden, wie Deutschlands größter Stahlkonzern gestern mitteilte. Dies sind 9,6 Prozent des Grundkapitals. Thyssen-Krupp hatte die in den Jahren 2006 und 2008 über die Börse gekauft, um seine strategischen Optionen zu vergrößern.

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  • @Handelsblatt-Redaktion

    Das Kartell war nur deswegen aufgeflogen, weil ArcelorMittal in 2008 eine Stahl-Hütte in Katowice (Polen) kaufte und dann die Preise um 35% senkte.

    Darauf wurde die Kartellbehörde natürlich aufmerksam und prüfte, ob hier nicht ein unlauterer Wettbewerb durch ArcelorMittal vorläge!

    Dabei ist herausgekommen, dass nicht etwa ArcelorMittal mit unlauteren Mittel arbeitete, sondern ein Kartell zwischen den anderen Anbietern u.a. Voestalpine bestand.


    So wie Sie es darstellen, hat Voestalpine ganz von alleine das Kartell auffliegen lassen. Und ich sage Ihnen es ganz ehrlich: so eine Berichterstattung geht mir auf den SACK!

    Voestalpine ist genauso ein Gaunerverein wie Thyssen-Krupp.

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