Vaterschaftsstreit
Der echte Vater muss zahlen

Das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht macht in einem aktuellen Urteil allen Scheinvätern Hoffnung (13 UF 157/05). Die Richter verdonnerten den echten Vater eines Kindes, dem getäuschten Ehemann der Mutter den Unterhalt zurückzuzahlen.

Den hatte dieser seit der Geburt für das Kind geleistet, erst als Hauptverdiener im gemeinsamen Haushalt und nach der Trennung in Form monatlicher Schecks an die Ex. Das Paar hatte sich Anfang 2002 getrennt, zehn Monate später focht der Mann die Vaterschaft gerichtlich an. Mit Erfolg: Er sei nicht der Erzeuger des neunjährigen Kindes, entschied das Familiengericht.

Daraufhin verklagte er 2004 den biologischen Vater, ihm Kindesunterhalt von 11 361,76 Euro zurückzuzahlen. Das Amtsgericht Itzehoe wies ihn ab: Alles spreche dafür, dass er bereits vor der Geburt 1993 von der außerehelichen Beziehung der Exfrau wusste. Damit sei sein Anspruch verjährt.

Falsch, sagten die Oberlandesrichter. Die dreijährige Verjährungsfrist beginne in solchen Fällen erst am Tag der Scheidung und sei deshalb nicht vorbei gewesen, als er den echten Vater verklagte. Zudem komme es für den Regressanspruch des Scheinvaters nicht darauf an, ob er sich "fälschlich für den Vater hielt oder ob er die Umstände kannte, die für die Vaterschaft eines anderen Mannes sprachen", so die Richter.

Schließlich sei es im Interesse der Gesellschaft, dass Ehemänner zunächst den Unterhalt für ein Kind sicherstellen, auch wenn sie vom Seitensprung wissen. Diese Bereitschaft werde "sicher nicht gefördert", wenn sie das Geld hinterher nicht zurückfordern könnten.

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