Verabschiedung in Berlin
Er war der Strippenzieher der Finanzwelt

Am Donnerstag Abend sind sie alle eingeladen, die Rang und Namen haben in der Bankenwelt: von Rolf Breuer, Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, bis zu Jochen Sanio, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

In Berlin wollen sie sich von Wolfgang Arnold verabschieden. Der 60-Jährige gibt Ende Mai seinen Posten als stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) ab.

Arnold, seit 1987 in der BdB-Geschäftsführung, gehört zu den Strippenziehern der Bankenbranche in der zweiten Reihe. Der frühere Entwicklungs-Ökonom von der Ruhr-Universität Bochum hat eines bewiesen: dass Europas größter Finanzplatz auch gegen die Übermacht eines stark politisch vernetzten öffentlichen Bankensektors modernisiert werden kann.

Arnold, der mit seinen silbergrauen Haaren wie ein Ökonomieprofessor wirkt, brachte neben seiner diplomatischen Art weitere Fähigkeiten mit: einen langen Atem, eine wettbewerbspolitisch schlüssige Strategie und die im politischen Nahkampf richtige Taktik. Arnold hat es meisterhaft verstanden, internationale Entscheidungsgremien wie den Baseler Bankenausschuss oder die EU-Kommission für die Interessen der privaten Banken zu mobilisieren. Bei der Restrukturierung der Bundesbank und bei der Errichtung der Allfinanzaufsicht BaFin hat er – mit Bankenaufseher Jochen Sanio und Eichels Finanzmarkt-Reformer Axel Nawrath – hinter den Kulissen eine Schlüsselrolle gespielt.

Während Bankenverbandspräsidenten und Finanzminister kamen und gingen, nutzte Arnold seinen riesigen Zuständigkeitsbereich von der Wettbewerbspolitik über Bankenaufsicht und Mittelstandsförderung bis zur Informationstechnologie, um wichtige Reformvorhaben durchzusetzen. Künftig will sich der Vater zweier erwachsener Kinder neuen Aufgaben zuwenden. Welche das sind, verrät er noch nicht.

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