Verband schwuler Führungskräfte: „Natürlich gibt es schwule Dax-Vorstände“

Verband schwuler Führungskräfte
„Natürlich gibt es schwule Dax-Vorstände“

Dem freiwilligen Outing von Ex-Fußballprofi Thomas Hitzlsperger dürften Top-Manager kaum folgen. Zu viele Gründe lassen Lenker großer Unternehmen davor zurückschrecken, so der Chef des Verbands schwuler Führungskräfte.
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Weniger offene Schwule als unter Fußballprofis gibt es wohl nur in der Kirche und in den Vorständen deutscher Großunternehmen. Wie erklären Sie dieses Tabu?

Das hängt damit zusammen, wer die Posten besetzt. Meist entscheiden sich Ältere für Personen, die ihnen ähnlich sind und deren Lebensweg sie verstehen und nachvollziehen können. Und es gilt häufig das Stereotyp: Am besten ist der Manager, der eine nicht arbeitende Ehefrau hat und zwei Kinder. Dann kann er sich 150 Prozent für die Firma einsetzen.

Also gibt es tatsächlich wenige Homosexuelle in Vorständen großer Unternehmen?

In der Belegschaft schätzt man den Anteil auf zehn bis 15 Prozent, in den Führungsetagen dürfte es aus den genannten Gründen tatsächlich weniger sein. Aber natürlich gibt es selbst schwule Dax-Vorstände.

Warum outet sich niemand?

Wichtiger Grund ist, dass Vorstände mit ihrem Arbeitsfeld in der Presse auftauchen sollen und wollen, nicht mit ihrem Privatleben. Die Homosexualität offenzulegen kann außerdem zu homophoben Reaktionen und einem Karriereknick führen. Wir drängen deshalb niemanden, diesen Schritt zu gehen. Zuerst sollte das berufliche Umfeld genau analysiert und eine Strategie entwickelt werden, damit das Outing keine negativen Folgen hat.

Gibt es Fälle, bei denen eine offene oder vermutete Homosexualität die Karriere ins Stocken gebracht hat?

Es ist natürlich oft die subjektive Wahrnehmung – aber auch schwer zu belegen –, dass die sexuelle Identität ein Grund für eine Benachteiligung etwa bei Beförderungen ist.

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„Viele junge Mitarbeiter stehen zu ihrer Homosexualität“

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