Verbindungstechnik
Klebstoff macht Autos beim Aufprall sicherer

Industrieunternehmen setzen bei neuartigen Herstellungsverfahren verstärkt auf das Kleben. So wurden schon die einzelnen Teile des offizielle WM-Fußball "Teamgeist" des Herstellers Adidas verklebt, statt mit mit konventioneller Naht zusammengesetzt zu werden. Die neue Technik bringt auch in anderen Branchen einige Vorteile mit sich.

HAMBURG. Rechtzeitig zur Fußball-Weltmeisterschaft brachte der Sportausrüster Adidas einen Ball in Schwarz, Weiß und Gold auf den Markt. Und auf das neue Produkt mit dem Namen "Teamgeist" ist man am Firmensitz in Herzogenaurach mächtig stolz: Schließlich hat Adidas den Ball mit einem innovativen Verfahren hergestellt. "Teamgeist" besteht aus 14 einzelnen Kunststoff-Stücken, so genannten Panels. Und die sind nicht zusammengeschweißt, sondern geklebt - ohne dass eine Naht entsteht. Das neue Verfahren soll dem Ball eine gleichmäßig runde Oberfläche geben, heißt es bei Adidas. Das Unternehmen will neue Verkaufsrekorde aufstellen: "Wir werden dieses Jahr über 15 Millionen Bälle im klassischen schwarz-weiss-goldenen WM-Design verkaufen", sagt Sprecher Oliver Brüggen.

Adidas ist eines von vielen Industrieunternehmen, das auf Klebstoff setzt. Dieser Bereich der Verbindungstechnik hat in den vergangenen Jahren einen Boom erlebt. Deutsche Hersteller von Industrieklebstoffen haben sich dabei weltweit an die Spitze gesetzt und gewinnen neue Märkte für sich, die bislang dem Schweißen und Schrauben vorbehalten waren.

So ersetzen Klebstoffe nicht nur bei Sportartikeln andere Verbindungstechniken, sondern zum Beispiel auch im Automobilbau. In aktuellen Top-Modellen deutscher Unternehmen, etwa im 7er BMW, finden sich über 150 Meter klebende Verbindungen. Die neue Technik ist mit bis zu 18 Kilogramm nicht nur leichter als Schrauben und Schweißnähte, sondern hat auch positive Auswirkungen auf die Sicherheit. Denn geklebte Autos schneiden in Crashtests meist besser ab als geschweißte Modelle.

Damit ist die Klebe-Verbindungstechnik in der Autoindustrie längst zu einer Schlüsseltechnologie geworden. "Das Auto steckt heute voller moderner Klebstofftechnik, um Gewicht und auch Kosten zu sparen", sagt Ansgar van Halteren, Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands Klebstoffe.

Auch beim Bau von Straßenbahnen und Eisenbahnwaggons - etwa für den ICE - vertrauen Hersteller auf Klebeverbindungen. Sie halten Seitenwände und Aufbauten auch bei Höchstgeschwindigkeiten von über 300 Kilometer pro Stunde sicher und fest zusammen. Auch die Scheiben eines modernen Zuges, die nicht mehr aus Glas sondern meist aus dem Kunststoff Polycarbonat hergestellt sind, lassen sich nur mit speziell entwickelten Klebstoffen zusammenfügen, was wie beim Autobau die Kosten senkt und Gewicht spart. Auch in der Flugzeugindustrie fügen Klebeverbindungen leichte synthetische Werkstoffe zusammen.

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