Verbraucher & Service
Bei unverschlossener Tür kein Versicherungsschutz

Eingangstüren mit einfachen Glasfenstern sind kein ernsthaftes Hindernis für Einbrecher. Das gilt natürlich erst recht, wenn sie nicht einmal abgeschlossen sind. Wer sich nicht um seinen Versicherungsschutz bringen will, sollte zuschließen, warnt die Deutsche Anwaltauskunft und verweist auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Oldenburg.

HB BERLIN. In dem Fall hatte der Kläger über Nacht seine Wohnung verlassen und die Wohnungstür nur zugezogen, nicht aber abgeschlossen. Der obere Teil der Tür bestand aus Einfach-Glasscheiben. Nachts schlugen Einbrecher die Scheiben ein, griffen durch und öffneten die Tür mit der innen angebrachten Klinke. Die Versicherung zahlte den Schaden nicht, weil sie der Ansicht war, der Mann habe einfachste Sicherheitserwägungen nicht angestellt.

Die Richter schlossen sich der Hausratversicherung an und klassifizierten das Verhalten des Klägers sogar als grob fahrlässig. Laut Urteil hätte der Bestohlene die Tür abschließen müssen. Da er das nicht tat, sei dies ein schwerer Verstoß gegen normale Sicherheitsvorkehrungen.

Eine mit einfachen Glasfenstern versehene Eingangstür könne ohnehin nur völlig unzureichenden Einbruchsschutz gewährleisten. Daher würde jedem vernünftigen Menschen einleuchten, dass diese Art von Wohnungstüren zumindest nachts immer abgeschlossen werden müssen. Der Versicherungsnehmer hatte nach Ansicht der Richter sogar besonderen Anlass zur Vorsicht gehabt, da ihm zwei Monate zuvor Gegenstände vom Dachboden des Mehrparteienhauses entwendet worden waren. Der Bestohlene ging damit leer aus.

Aktenzeichen:
3 U 34/05

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