Verbraucherschützer scheitern mit Klage
Geld mit geklauter Kreditkarte abgehoben: Kein Ersatz von der Bank

Wird von einem Konto Bargeld mit einer gestohlenen Kreditkarte und dazugehörender Geheimzahl abgehoben, hat der Kontoinhaber nach einem Urteil keinen Anspruch auf Ersatz von der Bank.

HB FRANKFURT. Für Kreditkarten gelte wie für ec-Karten, dass Barabhebungen unter Verwendung der Geheimzahl die Vermutung rechtfertigen, dass der Karteninhaber Nummer und Karte zusammen aufbewahrt hat, entschied das Landgericht Frankfurt nach einem Bericht der "Zeitschrift für Wirtschaftsrecht" (Az.: 2-25 O 614/03).

Das Gericht wies damit die Klage eines Verbraucherschutzverbandes ab. Der hatte für zehn Inhaber von Kreditkarten auf Rückerstattung geklagt. Nach Aussagen der Inhaber hatten Unbefugte mit ihren Karten unter Verwendung der Geheimzahl von ihren Konten Geld abgehoben. Das Kreditinstitut verweigerte die Erstattung der Gelder mit dem Hinweis, die Karteninhaber hätten die Geheimzahl nicht sorgfältig genug aufbewahrt. Die Karteninhaber meinten dagegen, die strikte Trennung von Geheimzahl (PIN-Nummer) und Karte gelte nur für ec-Karten.

Das Landgericht räumte zwar ein, dass der Bundesgerichtshof das Gebot der strikten Trennung bisher nur auf die ec-Karten bezogen habe. Es gebe aber keinen sachlichen Grund, bei Kreditkarten anders zu urteilen. Zwar müsse das Kreditinstitut nachweisen, dass der Inhaber mit Karte und Geheimzahl zu sorglos umgegangen sei. Zu Gunsten des Instituts dürfe das jedoch dann vermutet werden, wenn das Geld unter Verwendung der Geheimzahl abgehoben werde.

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