Verdacht der geschönten Bilanz-Darstellung
Ermittlungen gegen Ex-EnBW-Chef

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat ein Ermittlungsverfahren gegen den früheren EnBW-Vorstandsvorsitzenden eingeleitet. Damit hat die Finanzkrise beim drittgrößten deutschen Energiekonzern möglicherweise strafrechtliche Konsequenzen.

HB KARLSRUHE/MANNHEIM. Wie die „Stuttgarter Nachrichten“ (Dienstagsausgabe) berichten, habe die Staatsanwaltschaft Mannheim ein Ermittlungsverfahren gegen den 61-jährigen Gerhard Goll eingeleitet. Er stehe im Verdacht, Bilanzen geschönt zu haben. Laut „Stuttgarter Nachrichten“ hat ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe das Ermittlungsverfahren bestätigt. Hubert Jobski von der Mannheimer Staatsanwalt sagte der dpa am Montagabend, es gebe ein Ermittlungsverfahren gegen mehrere EnBW-Manager. Der Vorwurf laute auf die unrichtige Darstellung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens. Den Namen Goll wollte Jobski nicht bestätigen.

Goll hatte im April dieses Jahres nach sechs Jahren als Vorstandsvorsitzender der Energie Baden-Württemberg seinen Posten geräumt. Wenig später hatte sein Nachfolger Utz Claassen ein Milliardendefizit beim Energieriesen ausgemacht und dem Konzern einen rigiden Sparkurs verordnet. So sollen bis zum Jahr 2006 bis zu 2000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Zugleich hatte er Goll indirekt für die finanzielle Misere verantwortlich gemacht, als er von „konstruktiver Ergebnisgestaltung“ sprach, schreibt die Zeitung. Dadurch sei die reale Ertragslage des Unternehmens in den vergangenen Jahren verschleiert worden. Die Grünen im Ravensburger Kreistag stellten im August daraufhin Strafanzeige gegen Goll.

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