Verdacht der Untreue
Ehemaliger Kirch-Finanzchef in U-Haft

Die Staatsanwaltschaft München hat bei der Durchsuchungsaktion im Zusammenhang mit der Kirch-Insolvenz am Dienstag den ehemaligen Kirch-Media-Finanzchef Herbert Schroder in Untersuchungshaft genommen. Dem Manager werden Untreue sowie Bankrott- oder Kreditstraftaten vorgeworfen.

HB MüNCHEN. „Herr Schroder wird in Haft bleiben“, sagte der Münchener Oberstaatsanwalt Stephan Reich am Mittwoch auf Anfrage. Eine entsprechende Entscheidung habe der Haftrichter des Amtsgerichts wegen Fluchtgefahr am Nachmittag gefällt. In Justizkreisen hieß es, es sei möglich, dass Schroder gegen eine Kaution auf freien Fuß komme.

Die Staatsanwaltschaft München I hatte am Dienstag mitgeteilt, dass im Zusammenhang mit der Pleite des einstmals größten deutschen TV-Konzerns insgesamt 13 Objekte in Deutschland und der Schweiz durchsucht worden waren. Gegen „eine größere Anzahl von Beschuldigten“ werde wegen des Verdachts auf Vergehen der Untreue sowie Bankrottstraftaten ermittelt. In Justizkreisen hatte es geheißen, im Visier der Staatsanwälte befänden sich unter anderem Firmenpatriach Leo Kirch selbst sowie sein früherer Vize Dieter Hahn. Beide waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen gewesen.

Nach Justizangaben drehen sich die Ermittlungen insbesondere um zwei Beraterverträge in Höhe von insgesamt acht Mill. €. Hinzu kämen widerrechtlich vergebene Darlehen, die zu einem Schaden von mindestens 50 Mill. € geführt hätten.

Bereits in der Vergangenheit hatte es Presseberichte über angeblich dubiose Vermögenstransaktionen im unmittelbaren Vorfeld der Pleite von weiten Teilen der Kirch-Gruppe gegeben. Dabei ging es auch um mögliche Nachforderungen der Insolvenzverwalter einzelner Konzerngesellschaften. In Branchenkreisen verlautete hierzu am Mittwoch, diese Forderungen überstiegen die von der Staatsanwaltschaft genannten 50 Mill. € bei weitem. „Alleine die Rückforderungen seitens Kirch-Media gehen in dreistellige Millionen-Höhe“, hieß es.

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