Verdeckter Gewinn: Firma muss nachzahlen
BFH erkennt Tantiemen an Geschäftsführer nicht an

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat einer weiteren Form der Geschäftsführer-Vergütung die Anerkennung versagt und die Nachversteuerung als verdeckte Gewinnausschüttung angeordnet.

mkm MÜNCHEN. Diesmal ging es um einen Fall, in dem eine GmbH ihren Geschäftsführern Gewinntantiemen zugesagt hatte, die laut Anstellungsvertrag nach Genehmigung des Jahresabschlusses fällig werden sollten. Die Geschäftsführer konnten aber schon während des Geschäftsjahres angemessene Vorschüsse auf die Tantiemen verlangen.

Unter einer verdeckten Gewinnausschüttung versteht der BFH bei einer Kapitalgesellschaft eine Vermögensminderung, die durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst ist. Dies ist etwa der Fall, wenn die Gesellschaft ihrem Gesellschafter einen Vermögensvorteil zuwendet, den sie einem Nichtgesellschafter nicht gewährt hätte oder es an einer klaren, im Voraus getroffenen Vereinbarung darüber fehlt.

Im Urteilsfall sah das Finanzamt (FA) in der Unverzinslichkeit der Vorschüsse verdeckte Gewinnausschüttungen. Der BFH entschied ähnlich. Die Abmachung, dass die Gesellschafter Vorschüsse auf die noch nicht fälligen Tantiemen verlangen konnten, hielt er nicht für ausreichend klar und eindeutig. Allerdings teilte er nicht die Auffassung des FA, der Zinsnachteil der GmbH sei mit 10 % zu bemessen. Vielmehr sei bei Privatdarlehen davon auszugehen, dass sich Darlehensgeber und-nehmer die bankübliche Marge zwischen Soll- und Habenzinsen teilten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%