Verfahren vor dem Landgericht Stuttgart
Spediteur Betz weist Betrugsvorwürfe zurück

Im Prozess gegen den Reutlinger Speditionskonzern Willi Betz hat der angeklagte Geschäftsführer Thomas Betz erstmals ausgesagt und Betrugsvorwürfe abgestritten. Das Unternehmen habe keine Mitarbeiter illegal beschäftigt, sagte der Sohn von Firmengründer Willi Betz am Freitag vor dem Stuttgarter Landgericht.

HB STUTTGART. Der 48-Jährige wies die Vorwürfe des Sozialversicherungsbetrugs in Millionenhöhe zurück. Für alle Lastwagenfahrer seien ordentlich Steuern und Sozialabgaben bezahlt worden. Die Aussage von Betz war für mehrere Verhandlungstage angesetzt. Mit Betz müssen sich vier weitere Angeklagte vor der Wirtschaftsstrafkammer verantworten.

Die Anklage wirft dem 48 Jahre alten Geschäftsführer der Spedition Willi Betz, Thomas Betz, unter anderem Bestechung von Beamten im In- und Ausland sowie die Erschleichung von Aufenthaltsgenehmigungen und Sozialversicherungsbetrug zur Last. Betz soll zusammen mit seinem mitangeklagten Prokuristen und einem weiteren Angestellten 4,5 Mill. Euro Schmiergelder an ausländische Beamte gezahlt haben.

Dem mitangeklagten früheren Vizepräsidenten des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG), Rolf Kreienhop, wird von der Anklage Bestechlichkeit zur Last gelegt. Das Unternehmen habe sich zwischen 1999 und 2002 die "beratende Unterstützung" des BAG-Vizepräsidenten mit der Zahlung von Reisekosten gesichert.

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll Kreienhop die Spedition über Kontrollen informiert haben. Kreienhop will nach Angaben seines Anwalts vor Gericht keine Angaben machen.

Laut Anklage soll das Unternehmen Betz zudem illegal bulgarische Lastwagenfahrer mit nicht angemeldeten Lastwagen mit gefälschten Autokennzeichen aus Bulgarien und Aserbaidschan innerhalb der Europäischen Union beschäftigt zu haben. Allein zwischen 1999 und 2002 seien Sozialabgaben und Steuern in Millionenhöhe hinterzogen worden. Die Fahrer soll die Spedition nach Darstellung der Anklage aber nur zum Schein bei ihren ausländischen Töchtern angestellt haben. Tatsächlich sollen sie ihre Anweisungen von der Zentrale im schwäbischen Reutlingen erhalten haben.

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