Vergleichsangebote abgelehnt
T-Online-Aktionäre fordern mehr Abfindung

Längst ist der Internetanbieter T-Online in den Schoß der Deutschen Telekom zurückgekehrt. Doch die Wiedereingliederung hat noch heute Folgen: Ab Dienstag wird sich das Landgericht Frankfurt mit der Frage befassen, ob die Telekom die T-Online-Aktionäre ausreichend entschädigt hat.

HB DÜSSELDORF. Fast acht Jahre ist es her, dass die Telekom im Boom des Neuen Markts ihre Internettochter an die Börse brachte. Für 27 Euro wurden die Papiere im April 2000 ausgegeben. Nur gut vier Jahre später kündigte die Telekom die Verschmelzung der Tochter auf den Konzern an.

Kleinaktionäre fühlen sich vom Bonner Konzern betrogen, weil sie das Abfindungsangebot, das massiv unter dem Ausgabepreis lag, für viel zu gering erachteten. Mit Anfechtungsklagen konnten sie die Integration aber am Ende nur verzögern, nicht verhindern. Den Weg frei machte schließlich im Juni 2006 der Bundesgerichtshof (BGH). Doch die Anleger haben die Hoffnung auf eine höhere Abfindung noch nicht aufgegeben.

Die Telekom hatte den T-Online-Aktionären je Aktie 0,52 Telekom-Titel geboten, was zum Zeitpunkt der BGH-Entscheidung weniger als sieben Euro ausmachte. Die Kläger halten die T-Online-Aktie damit für unterbewertet. Die Telekom hingegen beruft sich auf Wirtschaftsprüfer, die für T-Online einen Unternehmenswert von 14,71 Euro je Aktie errechneten, für die Telekom von 28,31 Euro je Aktie.

Für den Konzern ist ein höheres Umtauschverhältnis indiskutabel. Es habe sorgfältige Unternehmensbewertungen gegeben. Ein gerichtlich bestellter unabhängiger Gutachter habe die Angemessenheit der Abfindung bestätigt, bekräftigte ein Sprecher. Ein Vergleichsangebot lehnte die Telekom ab. Es sah die Zahlung von zusätzlich 5,25 Euro je Aktie plus Zinsen vor, was auf eine Zahlung von insgesamt mehr als 600 Millionen Euro hinausgelaufen wäre.

Sollten die Kläger Recht bekommen, müsste die Telekom eine Zuzahlung in bar für insgesamt 120 Millionen T-Online-Aktien leisten, die bei ihr eingingen. Der Konzern hatte auf eine schnelle Integration gedrängt, um mit Telefon und Internet aus einer Hand im Wettbewerb mitzuhalten.

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