Vergütung in Aufsichtsräten
Dax-Aufseher verdienen zwei Prozent mehr

Die Aufsichtsratschefs in den Dax-Unternehmen werden in diesem Jahr zwei Prozent mehr verdienen, zeigt eine Studie. Mittlerweile zahlt die Mehrheit der Firmen eine Fixvergütung. Bei der Frauenquote hapert es noch immer.

FrankfurtDeutschlands Topaufseher werden in diesem Jahr eine um 2,1 Prozent höhere Vergütung erhalten. Nach einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Towers Watson wird die Entlohnung der Aufsichtsratsvorsitzenden 2015 auf durchschnittlich 350.800 Euro steigen. Spitzenverdiener ist Paul Achleitner von der Deutschen Bank mit einer Vergütung von 808.000 Euro vor Siemens-Aufseher Gerhard Cromme (608.000 Euro) und Nobert Reithofer von BMW (563.700 Euro).

Im Schnitt erreichen die Aufsichtsräte damit rund sechs Prozent der durchschnittlichen Direktvergütung der Dax-Chefs. Der Volkswagen-Konzern ist in der aktuellen Auswertung übrigens ausgeklammert, da er zum Zeitpunkt der Analyse ohne Aufsichtsratschef war.

Die Mehrheit der Dax-Firmen bezahlt ihren Aufsichtsräten mittlerweile eine reine Festvergütung. Nachdem Heidelberg Cement und SAP in diesem Jahr ihr Vergütungsmodell umgestellt haben, gibt es nun in 17 der 30 Dax-Firmen eine feste Entlohnung der Aufseher. Das ist aus Sicht der Unternehmensberater aber nicht unbedingt die beste Art der Vergütung: „Aufsichtsräte vertreten die Interessen der Aktionäre und sind für den nachhaltigen und langfristigen Erfolg der Unternehmen verantwortlich. Deshalb empfehlen wir, neben einem festen Vergütungsanteil auch langfristige Elemente anzuwenden – zum Beispiel, indem ein Teil der Vergütung in Unternehmensaktien angelegt werden muss“, sagt Helmuth Uder von Towers Watson.

Kurzfristig-variable Vergütungen von Aufsichtsräten, die nicht im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung sind und von der Deutschen Corporate Governance Kommission auch nicht empfohlen werden, gibt es mittlerweile noch in fünf Dax-Firmen: Nur BASF, die Commerzbank, Fresenius, Infineon und Volkswagen zahlen zusätzlich zur Festvergütung noch kurzfristig variable Tantieme.

Die Frauenquote wird nach wie vor verfehlt: Derzeit fehlen in Deutschlands Dax-Aufsichtsgremien 34 weibliche Aufsichtsräte. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (57 Prozent) hat die gesetzlich vorgeschriebene Quote von mindestens 30 Prozent Frauen im Aufsichtsrat noch nicht umgesetzt. Für 2016 also müssen die Konzerne vermehrt weibliche Mitglieder in ihr oberstes Kontrollgremium bestellen. Insgesamt stieg der Anteil an weiblichen Mitgliedern in den Dax-Aufsichtsräten leicht von 24 auf 26 Prozent an. Gesunken ist dagegen erstmals seit fünf Jahren der Anteil an Aufsichtsräten aus dem Ausland: Er ging von 29 auf 24 Prozent zurück.

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