Vergütungsberater: „Betriebsrenten für Dax-Chefs sind Etikettenschwindel“

Vergütungsberater
„Betriebsrenten für Dax-Chefs sind Etikettenschwindel“

Ursprünglich dienten Pensionszusagen auch bei Dax-Vorständen dazu, den Lebensstandard im Alter abzusichern. Der Vergütungsexperte Heinz Evers hält die Millionenrenten für Spitzenverdiener für nicht mehr zeitgemäß.
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Handelsblatt: Vorstände deutscher Konzerne verdienen in ihrer aktiven Zeit gut. Warum aber erreichen mittlerweile auch die Pensionen Millionenbeträge?

Heinz Evers: Die Unternehmen sollten sich schon fragen, ob das noch zeitgemäß ist. Ursprünglich dienten Pensionszusagen dazu, den Lebensstandard im Alter abzusichern. Inzwischen helfen sie den Managern nur noch, das Vermögen ihrer späteren Erben zu mehren.

Behaupten Dax-Konzerne überhaupt noch, Pensionszusagen dienten der Sicherung des Lebensstandards der Manager?

Nein, eine solche Aussage finden Sie in keinem Geschäftsbericht mehr. Ich ziehe daraus den Schluss, dass auch niemand mehr nach dem eigentlichen Sinn einer Pensionszusage fragt. Alle machen das nur noch, weil alle anderen es auch machen.

Führen die Konzerne damit die Idee der Altersversorgung nicht ad absurdum?

Diese betriebliche Altersversorgung für Topmanager ist letztlich ein Etikettenschwindel.

Der normale Angestellte wundert sich ohnehin – seine Altersversorgung ist vergleichsweise gering ...

... während die der Manager mit dem Anstieg ihrer Bezüge fortwährend steigt.

Als Postchef Klaus Zumwinkel gehen musste, regte sich die Nation über die Auszahlung von 20 Millionen Euro Pensionsanspruch auf. Warum zeigt sich heute niemand irritiert?

Weil die millionenschweren Pensionsansprüche in den Geschäftsberichten nicht auffallen. Die Berichterstattung dazu ist intransparent, selbst Insidern kaum verständlich. Das betrifft im Übrigen nach meiner Erfahrung auch viele Aufsichtsräte.

Für Daimler-Chef Zetsche stehen schon heute 26 Millionen Euro Pensionskapital zur Verfügung. Sind solche Versorgungszusagen eigentlich zulässig?

Das Vergütungsgesetz aus dem Jahr 2009 fordert die Angemessenheit ausdrücklich auch für die Pensionen. Hier stehen also die Aufsichtsräte in der Pflicht.

Was halten Sie denn persönlich für angemessen?

Vorstände von Dax-Konzernen sind heute mühelos in der Lage, während ihrer Dienstzeit selbst Vorsorge für den Ruhestand zu treffen. Aus meiner Sicht könnte eine zusätzliche Betriebspension von 250 000 Euro durchaus eine Grenze darstellen. Da muss sich niemand mehr materielle Sorgen machen, und das entspräche immerhin den aktiven Bezügen der Bundeskanzlerin.

Gibt es weitere Alternativen?

Ja. RWE-Chef Jürgen Großmann lässt sich als einziger Dax-Vorstand eine Pauschale jährlich auszahlen, mit der er dann selbst seine Vorsorge finanziert. Das ist voll transparent und zukunftsweisend. Über die Höhe von zwei Millionen Euro pro Jahr lässt sich natürlich streiten.

Dieter Fockenbrock
Dieter Fockenbrock
Handelsblatt / Chefkorrespondent

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  • Der immer größer werdende Unterschied zwischen Managergehalt/-pension zu den Gehältern der Angestellten und deren unsicheren Renten ist nur noch obszön. Insbesondere, wenn von Managerseite Selters gepredigt wird....Oder Depressionspatienten/Burn-out-Patienten als faul und Drückeberger/Minderleister/Sensibelchen bezeichnet werden!

  • In Zeiten in denen Millionen Menschen unvershculdet keine Arbeit haben oder Mnner ihre Familie und Kinder trotz voller Stelle nicht mehr ernähren können, und Rentner nach 40 Jahren Maloche zur Tafel geshcickt werden ist jeglicher Reichtum ein Betrugssystem, eine Unmoral. Täglich sterben auf der Welt 40.000 Kinder an Hunger oder vermeidbaren Krankheiten. Für mich sind alle diese Kinder täglich ermordet worden.

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