Verhaltene Aussichten
Konzerne blicken bange auf 2010

Die im dritten Quartal 2008 begonnene Talfahrt vieler Unternehmen ist gestoppt und laut Experten dürften die Gewinne nächstes Jahr kräftig steigen. Dennoch erkennen die Konzerne mit Blick auf 2010 noch keine Trendwende. Von Jubel ist keine Spur. Das hat Gründe.
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DÜSSELDORF. Skeptisch und vorsichtig-zurückhaltend blicken der Stahlhersteller Salzgitter und der Düngemittelspezialist K+S in die Zukunft. Die beiden Unternehmen präsentierten am Donnerstag als letzte Unternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax) ihre Bilanzen zum abgelaufenen Quartal. Beide komplettierten einen Trend, wie er sich zuvor schon bei BASF, Daimler und fast allen anderen Firmen widerspiegelte: Die im dritten Quartal 2008 begonnene Talfahrt ist gestoppt. Doch mit Blick auf 2010 erkennen die Konzerne noch keine Trendwende.

K+S erwartet nach der drastischen Kaufzurückhaltung der Landwirte in den vergangenen Quartalen zwar wieder steigenden Bedarf an Düngemitteln. Doch daraus auf wieder kräftig anziehende Gewinne zu schließen, traut K+S sich nicht. Zu unsicher erscheint die künftige Entwicklung der Kalipreise. Sinken sie, bringt das die Margen unter Druck.

Viele Unternehmen scheuen sich ganz vor einem Ausblick, darunter Metro. Der Handelskonzern blieb sogar die Prognose für 2009 schuldig und begründete dies mit dem überstrapazierten Bild der "Nebelwand", also der undurchsichtigen Aussichten für die Weltwirtschaft.

Die Talfahrt ist gestoppt

Dennoch haben Analysten bereits konkrete Vorstellungen darüber, wie sich die Firmenerträge 2010 entwickeln. Durchschnittlich rechnen die Experten aller großen internationalen Investmenthäuser damit, dass die 30 Dax-Konzerne im kommenden Jahr ihre Nettogewinne um mehr als ein Drittel gegenüber 2009 steigern werden. Anders als noch im laufenden Jahr, als Banken zu den großen Gewinnern zählten, dürften demnach die Erträge in der klassischen Industrie kräftig anziehen.

Die Ausblicke der Unternehmen rechtfertigen den Optimismus nicht. "Allerdings liegt die Reichweite bei frühzyklischen Unternehmen gerade einmal bei sechs bis acht Wochen, um zuverlässig Aufträge und Umsätze vorhersagen zu können", will Steffen Neumann von der Landesbank Baden-Württemberg noch längst nicht den Stab über eine Erholung brechen.

Immerhin, kein großes deutsches Unternehmen rechnet damit, dass sich die Talfahrt so dramatisch fortsetzt wie 2009. Allerdings stimmte der Mischkonzern Siemens seine Anleger wiederholt auf schlechte Zeiten für 2010 ein. In der Antriebstechnik sei gar das Schlimmste noch nicht überstanden. Die Münchener hatten schon frühzeitig im vierten Quartal 2008 darauf hingewiesen, dass sie die damals gerade erst heranziehende Krise mit deutlicher Verzögerung erreicht. Grund dafür sind langfristige und großvolumige Aufträge, vor allem im Anlagen- und Kraftwerksbau.

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