Verhandlungsmethode
Monty Python für Manager

Mit Humor statt erhobenem Zeigefinger trainiert der Komiker John Cleese Führungskräfte. Im Geschäftsleben sei der richtige Einsatz von Spaß und Witz ein wichtigste Verhandlungsmittel. Seine Videoreihe ist ein Renner.

LOS ANGELES. Der Mann im Anzug kommt dem Microsoft-Manager verdammt bekannt vor. Schnurrbart, schlaksiger Gang, übertrieben forsche Sprache. Auf dem Video karikiert er einen Manager: Der brüllt, hört nicht zu, macht auf Konferenzen Multitasking mit Handy und Blackberry und reißt derbe Witze über Angestellte. Egal, in welche Rolle John Cleese auch schlüpft, am besten ist der Komiker noch immer aus der Serie „Monty Python“ bekannt. Doch heute soll der Brite die leitenden Angestellten von Microsoft nicht nur zum Lachen bringen. Mit dem Video „Meetings, Bloody Meetings“ des 66-jährigen Schauspielers soll sich das Führungsteam aus Redmond weiterbilden. Cleese schlüpft dabei in die Rolle von „Ivan dem Schrecklichen“ – ein Manager, der zwar viel Ego, aber wenig Gespür für Menschführung besitzt.

„Das Gute an den Cleese-Videos ist, dass hinter der offensichtlich komischen Betrachtung der Management-Problematik ein echter Lernprozess steht, der einer Firma nur gut tun kann“, konstatiert Bernard Curtis, Professor für Business-Ethik an der Trinity University im texanischen San Antonio. Wie Till Eulenspiegel hält Cleese den Managern den Spiegel vor. So benimmt sich Ivan zunächst beim Meeting völlig daneben. Er lernt aber durch das richtige Coaching durch seine „innere Stimme“ – sie zeigt per Grafik die Punkte für ein konstruktives Meeting – in der halben Stunde Video schnell dazu.

John Cleese, bekannt aus „Das Leben des Brian“, wird von der Geschäftswelt durchaus ernst genommen. In den Chefetagen von British Petroleum, BMW oder auch Microsoft werden seine Videos für das Führungskräftetraining benutzt. „Ich hatte schon immer ein tieferes Interesse für psychologische Trends in Gerichtssälen und Chefetagen von Unternehmen“, bekannte Cleese, der in Bristol und Cambridge Jura studiert hat, in einem BBC-Interview. Humor und Erfolg im Geschäftsleben gehen Hand in Hand, davon ist der Komiker überzeugt. „Humor kann die Aufmerksamkeit im Management erhöhen und die Nervosität vieler Führungskräfte abbauen“, begründet Cleese den Dreh seiner je 30-minütigen Videoreihe.

Kaum ein Bereich in der modernen Management-Fortbildung, den der Brite nicht aufs Korn nimmt. In „The Helping Hand“ beschäftigt er sich mit der Kunst, seine Mitarbeiter richtig zu coachen. Der Chef muss seiner Abteilung das Gefühl vermitteln, dass es sich lohnt, für genau diese Firma zu arbeiten. Wie schafft ein Manager das? „Er muss ein internes Incentive-Programm entwickeln, muss dem Mitarbeiter klar machen, dass sein Einsatz anerkannt wird“, so Cleese. Getreu dem Motto: Jeder will gewinnen. Das kann in Form eines zusätzlichen freien Tages, eines kleinen Bonusses oder einfach nur einer öffentlichen Belobigung vor der gesamten Abteilung passieren. All diese Szenarien werden im Video in klassischer Cleese-Manier – also arg übertrieben – zum Besten gegeben.

Die Manager scheinen es zu mögen. „John Cleese hat uns beigebracht, wie Humor, Kommunikation und ein entspanntes Betriebsklima zusammengehen“, erzählt Kevin Davis von Adliberation, einer Werbefirma in Santa Monica.

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