Verjüngungskur
Tom Tailor sucht neuen Chef

Thomas Schlytter-Henrichsen, Finanzinvestor bei Tom Tailor, will Firmenchef Uwe Schröder auswechseln, um das auf junge Mode spezialisierte Unternehmen fit für einen Gang an die Börse frühestens 2007 zu machen. Der 64-Jährige soll einem Jüngeren Platz machen.

HAMBURG. Versteckt liegt die Villa im Schatten der beiden Deutsche-Bank-Türme im vornehmen Frankfurter Westend. Von hier aus steuert Thomas Schlytter-Henrichsen als Geschäftsführer der Alpha-Beteiligungsberatung ein umfangreiches Firmengeflecht – darunter den Hamburger Modekonzern Tom Tailor.

Dort greift Schlytter-Henrichsen nun unverhofft durch: „Wir suchen seit einigen Monaten nach einem jüngeren Nachfolger und hoffen, dass wir noch in diesem Jahr fündig werden“, sagt Henrichsen.

Bei der Personalauswahl soll aber der bisherige Lenker mithelfen: „Ich werde mir genau ansehen, wer meinen Posten übernimmt“, sagt Schröder. Denn der gebürtige Hamburger kennt das traditionsreiche Modehaus aus dem Effeff. 1965 steigt er als Partner beim Textilhändler Henke & Co ein, den er in den 60er-Jahren zu einem der größten Lieferanten von Herrenhemden entwickelt. 1989 firmiert er die Gesellschaft in Tom Tailor um.

Sukzessive stellt Schröder das Unternehmen auf breitere Beine. Konsequent baut der Manager ein eigenes Filialnetz auf und bringt Kollektionen für Kinder und Jugendliche auf den Markt. 1993 übernimmt Schröder den Vorstandschef.

Vor einem Jahr kommt es zu einem Eigentümerwechsel. Überraschend steigt der italienische Finanz-Jongleur und Marbert-Großaktionär Piofrancesco Borghetti bei Tom Tailor aus. Er verkauft seine Anteile an die Private-Equity-Gesellschaft Alpha, zu der auch der Damenbekleidungsspezialist Basler gehört. Schröder bleibt mit zehn Prozent beteiligt.

Doch der Tom-Tailor-Chef will sich offenbar seit längerem auf das Altenteil zurückzuziehen, um seinen Leidenschaften Polo und Heli-Skiing nachzugehen. „Ich will hier nicht noch weitere zehn Jahre bleiben“, gesteht Schröder dem Handelsblatt.

Dabei schielten auf den Chefsessel die Geschäftsführer Guido Dohm und Burkhard Stuhlemmer, heißt es aus Firmenkreisen. Doch die beiden Manager waren in den vergangenen Monaten immer häufiger durch Missmanagement und mangelnde Entscheidungsfreudigkeit aufgefallen. „Ihnen fehlt die notwendige Unternehmerpersönlichkeit“, meint Schröder. Folge: Sie mussten Ende vergangener Woche ihre Posten räumen.

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