Verkauf an Lufthansa
BMI: Sir Michaels letztes Gefecht

Mit Schläue und Zähigkeit hat Sir Michael Bishop seine Airline BMI aufgebaut. Nun ringt er darum, dass die Lufthansa sie auch zum vereinbarten Preis kauft.

LONDON. Wenn Sir Michael Bishop mit hübschen Stewardessen oder spärlich bekleideten Tänzerinnen für das obligatorische Spaßfoto zur Eröffnung einer neuen Flugverbindung posiert, dann merkt man schnell, dass ihm das nicht im Blut liegt. Er ist kein Entertainer wie Virgin-Atlantic-Gründer Richard Branson, sein Konkurrent, der keine Gelegenheit auslässt, in ein albernes Kostüm zu steigen. Und er ist auch kein Krawallmacher wie Ryanair-Boss Michael O'Leary, der schon einmal im Panzer vorfährt, um einer Kampagne gegen hohe Flughafengebühren Nachdruck zu verleihen.

Bishop, den älteren Herrn mit dem fast vollständig kahlen Kopf und der rundlichen Brille, kann man leicht unterschätzen - doch dass das ein schwerer Fehler ist, haben in den vergangenen 50 Jahren schon viele auf die harte Tour gelernt. Nun droht das auch der mächtigen Lufthansa.

Sie stieg 1999 in Bishops Fluggesellschaft BMI ein, hält bisher 30 Prozent minus einer Aktie und hat mit ihm ein kompliziertes Arrangement aus Optionen vereinbart. Dazu gehört die Verpflichtung, Bishops Mehrheit von 50 Prozent plus einer Aktie zu einem festgelegten Preis zu übernehmen, wenn dieser das wünscht.

Und er wünscht es. Das teilte er im Oktober mit. Mit 67 Jahren will Sir Michael seine Firma zu Geld machen und sein Vermögen genießen. Die EU-Kommission hat schon zugestimmt.

Doch was noch vor gar nicht langer Zeit nach einem prima Deal für die Lufthansa aussah, ist nun nicht mehr sehr attraktiv. BMI passt nicht mehr recht in die Strategie der Deutschen und ist obendrein ins Trudeln geraten. Bishops Unternehmen hat 2008 knapp 100 Millionen Pfund (113 Millionen Euro) Verlust gemacht, und für das laufende Jahr muss der Firmengründer noch schlechtere Zahlen befürchten. Vor diesem Hintergrund erscheint der vereinbarte Kaufpreis von angeblich 400 Millionen Euro inzwischen arg hoch.

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