Verlage
Klett setzt ganz auf die Familie

Der Verleger Michael Klett zieht sich zurück: Neuer Chef des Bildungsverlags wird sein Neffe Philipp Haußmann. Der inzwischen 71-jährige Michael Klett übernimmt von seinem Bruder den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden der Ernst Klett AG. Es ist Kletts zweiter Versuch, die Nachfolge dauerhaft zu regeln.

STUTTGART. Michael Klett, Sohn des Gründers Ernst Klett, ist bei der langen Suche nach einem Nachfolger für die operative Führung des Verlags in der Familie fündig geworden: Neuer Sprecher des Vorstands wird sein Neffe Philipp Haußmann, der das Gremium aus Manfred Antoni, Thomas Baumann und Arthur Zimmermann anführt. Haußmann ist Sohn von Kletts Schwester Christiane, die sich bislang aus dem Geschäft weitgehend herausgehalten hat.

Der inzwischen 71-jährige Stuttgarter Verleger Michael Klett zieht sich ab sofort - wie schon im Jahr 2006 - auf den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden der Ernst Klett AG zurück. Diesen Posten räumt sein sechs Jahre jüngerer Bruder Thomas Klett, der aber weiterhin dem Kontrollgremium angehört.

Es ist der zweite Versuch von Michael Klett binnen weniger Jahre, die Nachfolge dauerhaft zu regeln. Den Chefposten hatte er im September 2007 wegen Auseinandersetzungen mit dem damaligen Vorstandschef Uwe Brinkmann erneut übernommen. Der neue Klett-Chef Haußmann kennt sich im Verlag bestens aus. Der Jurist und Romanist absolviert 1995 ein erstes Traineeprogramm im Haus. Zwei Jahre später übernimmt er die Redaktionsleitung der Pons-Wörterbücher. Ab 2002 führt er die Tochterunternehmen der Ernst Klett Sprachen GmbH. 2007 steigt der heute 43-Jährige in den Vorstand auf und führt die Holding Klett Lernen und Information.

Dem Verlag geht es nach eigenen Angaben trotz stagnierender Umsätze gut. Die Veröffentlichung der Bilanzzahlen für das Jahr 2008 wird im Juni erwartet. Die Stuttgarter Klett-Gruppe gilt mit rund 425 Mio. Euro Umsatz und 2 900 Beschäftigten in 60 Unternehmen als eines der größten Bildungsunternehmen in Deutschland.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent
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