Verrückter Zeitvertreib
Die exzentrischen Hobbys der reichen Unternehmer

Milliardenschwere Unternehmer aus den Vereinigten Staaten und aus Großbritannien spielen gern mit Luxus-Jachten und Raumschiffen. Warum die Angelsachsen ihren Reichtum stärker zur Schau stellen als Europäer.
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DüsseldorfWo Hermann Bühlbecker ist, ist der nächste Fotograf meist nicht weit. Der Inhaber des Keks-Fabrikanten Lambertz liebt es, an Society-Events teilzunehmen - von Elton Johns Aids-Stiftung über Bill Clintons Global Initiative bis hin zu den eigenen Lambertz-Feiern. Mit seiner Präsenz bei Partys werbe er nur für seine Kekse, sagt Bühlbecker.

Exzentrik ist bei Unternehmern in Deutschland nicht gern gesehen, es passt nicht zu der Vorstellung, die sich die Gesellschaft von ihren finanziell erfolgreichsten Vertretern macht. Das Leitbild sieht Bescheidenheit vor.

„Bei uns im Sauerland reinvestieren fast alle, bauen sich aber nicht reihenweise Villen. Sie jagen und sind im Schützenverein“, sagt ein Mittelständler aus Nordrhein-Westfalen. Er ist sich sicher: „Eine Segeljacht, ein Flugzeug - so etwas sollte ein Unternehmer nicht haben.“

Anders in den angelsächsischen Ländern, in den USA und Großbritannien: Exzentrische Hobbys gelten hier als Beweis für Erfolg. Microsoft-Mitbegründer Paul Allen etwa beschreibt in seiner kürzlich erschienen Autobiografie detailverliebt, wie er ein Weltraumprojekt vorantreibt, ein Football- und ein Basketballteam besitzt und sich eine Megajacht mit eigenem U-Boot bauen lässt.

Überhaupt Jachten: Auch Oracle-Gründer Larry Ellison scheut sich nicht, sich in diversen Häfen auf seinem gigantischen Freizeitschiff zu zeigen. Virgin-Gründer Richard Branson surfte gerade gar über den Ärmelkanal. Den eigenen Lebensraum zu erweitern scheint ein Urthema zu sein, das die Selfmade-Milliardäre antreibt: Neben Schiffen stehen Weltraumabenteuer und Flugzeuge oben auf ihrer Einkaufsliste. Dabei dürfte auch eine Rolle spielen, dass die meisten selbst verdienten Milliarden aus Technikfirmen stammen.

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Kommentare zu " Verrückter Zeitvertreib: Die exzentrischen Hobbys der reichen Unternehmer"

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  • @ DonSarkasmo

    "äähh, reicht das, oder soll ich noch mehr schreiben ? :-) "
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    Nö, reicht! :-) Mit spitzer Feder prägnant auf den Punkt gebracht! Sobald es hier jemand zu was gebracht hat, gehen das Gehechel (geht das auch mit rechten Dingen zu?) und die Neidtiraden los.
    Habe ich (alles andere als reich) was davon, wenn ich einem Multi-Millionär oder gar Milliardär seine Millionen neide? Nein! Also: So what! Leben und leben lassen! :-)
    Darüber sollten die rot-grün-sozialistischen Weltverbesserer, denen beim Hören des Wortes "Million" der Geifer aus dem Mund quillt, mal nachdenken...
    Man muß wirklich kein Freund der USA sein, manches dort ist recht bedenklich oder liegt gar im Argen. Aber hinsichtlich der neidlosen Anerkennung des Erfolges anderer, in der der Ansporn liegt, es selbst ebenfalls zu versuchen, können wir von denen noch was lernen...

    Just my 2 Cents

  • Ideen Klau gehört auch dazu,mittlerweile,zu blöd selber zu denken.

  • ...man muss natürlich unterscheiden; Viele der genannten Vermögen sind lediglich Buchwerte, zur kollektiven Neiderregung, die sich aus aktuellen Aktienkursen oder Unternehmenswerten ergeben. Sobald hier eine Verkaufswelle einsetzten sollte, oder die relevante Assetklasse einbricht, ist das dann nur noch einen Bruchteil wert (s. New economy in 2000/2001 etc.). Falls aber neben den Firmenbeteiligungen wirklich Milliarden-Liquidität auch in cash und in Sachwerten existieren sollte, liegt es natürlich nahe, dass hier ein Unternehmer auf lange Sicht für seine Stakeholder, und insbesondere sein Unternehmens-Umfeld, ZU SMART war und von Kunden mehr Geld für seine Produkte verlangen konnte als sie gekostet haben und an die Mitarbeiter weniger bezahlt hat, als sie wert waren bzw. geleistet haben. Aber beides (Absatz- und HR-Markt) sind freie Märkte und keiner, weder Kunde noch Mitarbeiter werden gezwungen, sich bei einem Virgin oder Oracle an der Vermögensmaximierung deren Inhaber zu beteiligen. Für mich sind übrigens beide Unternehmer vorbildlich und trotz oder auch wegen Ihrer extremen Leidenschaften zu einem gewissen Grad nachahmenswert!

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