Versehentlich für tot erklärt: George Soros lebt!

Versehentlich für tot erklärt
George Soros lebt!

Geht es nach dem Sprichwort „Totgesagte leben länger“, hat der 82-jährige Investor George Soros noch Jahre vor sich. Eine Nachrichtenagentur verbreitete aus Versehen einen Nachruf. Es ist nicht der erste Fall dieser Art.
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DüsseldorfDie Nachrichtenagentur Reuters hat versehentlich einen Nachruf auf den Investor George Soros veröffentlicht. Der 82-jährige erfreue sich bester Gesundheit, sagte ein Mitarbeiter seiner Fondsgesellschaft Soros Fund Management nach Veröffentlichung des Berichts dem US-Wirtschaftsmagazin Forbes. Die Nachrichtenagentur entschuldigte sich wenig später für den Fehler.

Der Artikel hatte die Überschrift getragen „George Soros, enigmatic financier, liberal philanthropist dies at XX“ („George Soros, schillernder Finanzier und liberaler Philanthrop stirbt mit XX“). Der Platzhalter „XX“ deutete daraufhin, dass es sich um eine versehentliche Veröffentlichung halten könnte – oder eine überhastete Veröffentlichung nach Bekanntwerden des Todes.

Medien haben häufig für prominente Persönlichkeiten Nachrufe vorbereitet, um mit Bekanntwerden eines Todesfalls rasch berichten zu können. Auch dem schärfsten Reuters-Konkurrenten Bloomberg war einmal ein solcher Fehler passiert. Die Nachrichtenagentur hatte im Jahr 2008 versehentlich den Tod des – mittlerweile wirklich verstorbenen – Apple-Gründers Steve Jobs gemeldet. Der berühmte Manager starb im Oktober 2011.

Der durch Devisenspekulationen auf das britische Pfund bekannt gewordene Soros hatte sich zuletzt sehr pessimistisch über die Zukunft des Euro geäußert. Auf dem Höhepunkt der Euro-Krise im Sommer 2012 gab er der Gemeinschaftswährung nur noch drei Monate zum Überleben. Schon damals sagte er: Nur Deutschland kann den Euro retten. Wenig später stellte sich Kanzlerin Merkel gegen Bundesbank-Chef Weidmann und gab EZB-Chef Draghi Rückendeckung für den möglichen Kauf von Anleihen der Krisenländer.

In einer Rede in Frankfurt ging Soros vor wenigen Tagen noch weiter als zuvor. Er setzte bei dem aus seiner Sicht größten Konstruktionsfehler des Euro an. Dieser bestehe darin, dass die Währungsunion das Risiko von Staatspleiten zugelassen habe. Andere Industrieländer mit einer eigenen Zentralbank wie Japan oder die USA hätten dieses Problem nicht. Bei ihnen könne die Zentralbank im Notfall immer frisches Geld drucken, um die Staatsschulden abzuzahlen. Die Euro-Länder hätten hingegen mit der Währungsunion ihre eigenständigen Zentralbanken aufgegeben. Daher gebe es für sie diese Möglichkeit nicht mehr. „Der Euro hat die Peripherieländer zu Dritte-Welt-Ländern gemacht.“

Wer Zweifel über die Gesundheit Soros' aus dem Weg räumen will hat auch eine andere Informationsquelle: Eine Internetseite hat sich auf die Frage „tot oder lebendig“ spezialisiert. Auf deadoraliveinfo.com wird George Soros als lebend geführt.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Versehentlich für tot erklärt: George Soros lebt!"

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  • Bei den Bilderbegern in Ungnade gefallen? Könnte eine Drohung gewesen sein. Warum sollten Medien Templates in voraus erstellen? Dann hätten sie ja viel zu tun, das halte ich für Unsinn. Und aus versehen erklärt man niemanden für tot, das ist völlig absurd. Es wäre noch glaubhaft wenn jemand gerade im sterben liegt und die Chancen schlecht stehen, dann einen Nachruf vorzubereiten. So, ohne das etwas anliegt, sicher nicht. Ja, wir leben in spannenden wenn auch unschönen Zeiten. Und die Eliten sind ne Mafia für sich, das weiss wohl jeder.

  • Wer die Abläufe in diesen Agenturen kennt, weiß, daß das alles andere als "versehentlich" passiert sein kann. Bevor eine solche Schlagzeile freigeschaltet wird, gucken da ganze Heerscharen an Kontrollern drüber...

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