Versicherungsanwalt Theo Langheid
Jäger aus Leidenschaft

Theo Langheid ist der bekannteste deutsche Versicherungsanwalt. Er arbeitet auf einem Fachgebiet, das Unkundige wohl für so spannend halten wie den Anhang zu einer Riesterpolice. Doch Langheid wird nicht langweilig: Zu seinem Job gehören „brennende Ratten“ und ungewöhnlich kleine Leichen.

KÖLN. An sich ist der „Büroeinstieg“, also der Beginn eines Porträts mit der Beschreibung des Raums, in dem der zu Porträtierende in der Regel arbeitet, an dieser Stelle strikt untersagt. Man muss also Gründe haben, dagegen zu verstoßen, umso mehr, als man diesen Mann vor Gericht erlebt haben sollte.

Dennoch: Wer das Glück hat, Theo Langheid in seinem Kölner Büro zu sprechen, dem fällt auf den ersten Blick „Wirbelsturm“ ein. Es folgen Assoziationen wie „Katrina“ und „Kyrill“, dann purzeln die Fälle, die sämtlich mit den namhaftesten Versicherungskonzernen verbunden sind – alles seine Kunden. An der Stirnwand seines Büros hängt ein Großformat des russischen Künstlers Igor Oleinikov. Drei schwarze Wirbel stürmen in einen düsteren Himmel, als hingen die Stürme, die der Branche Milliardenschäden beschert haben, in Öl an der Wand.

Zu den Hobbys, die Langheid, der wohl bekannteste deutsche Versicherungsanwalt, neben seiner Arbeit pflegt, gehört das Sammeln moderner Kunst. Er hat lange Zeit in der ersten Liga Hockey gespielt, dann Tennis, bis die Knie nicht mehr mitmachten. Nun arbeitet er an seinem Handicap 14. Außerdem ist er einer der beiden Autoren des Standardkommentars zum deutschen Versicherungs-Vertragsrecht, er schreibt regelmäßig Fachartikel und verschlingt englische und amerikanische Krimis – was auch irgendwie mit seinem Job zu tun hat.

Das aber ist doch ein wenig des Guten zu viel, schließlich ist er einer der drei Senior-Partner der Kanzlei Bach, Langheid & Dallmayr (BLD), die in vier Standorten knapp 100 Anwälte beschäftigt und nur mit Versicherungsrecht ihr Geld verdient.

Unkundige mögen dieses Gebiet der Juristerei für so spannend halten wie den Anhang zu einer Riester-Police. Weit gefehlt, zwei Stunden Langheid reichen, und schon hält man dessen Fach für Spannung pur.

„Was, Sie kennen die brennende Ratte nicht?“ fragt er nach einer Aufwärmkonversation, in der es um abgehackte Gliedmaßen und den Revolutionär Hamlet geht, der gegen die Rechtsbeugung unter Elisabeth I. anredet. Die brennende Ratte: In Langheids Kollegenkreisen erzählt man sich, dass die Mafia das Abfackeln von Immobilien zur Erschleichung von Schadensersatz beschleunigte. Sie jagte einen in Benzin gebadeten Nager durch einen mit Stroh ausgekleideten Schornstein.

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