Versicherunsmarkt
Manager-Haftpflicht wird preiswerter

Die unter dem Schlagwort Managerhaftpflicht bekannte Directors-and-Officers-Liability-Versicherung (D&O) wird trotz der jüngsten Häufung spektakulärer Schadenfälle nicht teurer. Im Gegenteil, die Prämien sinken tendenziell.

rl DÜSSELDORF. Zu dieser Einschätzung kamen spezialisierte Makler, Versicherer und Rechtsanwälte auf einer Fachveranstaltung der Chubb Insurance Company of Europe am gestrigen Dienstag in Düsseldorf. D&O-Policen decken Haftpflichtansprüche gegen Vorstände, Aufsichtsräte und Geschäftsführer ab, wenn diese dem Unternehmen oder Dritten einen Vermögensschaden zufügen. Heute gehört die Police in jedem Dax-Unternehmen zum Standard. Im Mittelstand ist die Verbreitung geringer, nimmt tendenziell aber zu.

Der US-Versicherer Chubb ist vor zwanzig Jahren in Deutschland als D&O-Pionier angetreten. Mittlerweile ist es seine zweitwichtigste Sparte. Im Markt sind rund 20 Anbieter. Das Beitragsaufkommen wird auf 300 bis 600 Mill. Euro geschätzt.

Erstmals sind am Dienstag Preise genannt worden. So zahlen Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von zehn bis 15 Mrd. Euro etwa ein bis zwei Prozent für die ersten 25 Mill. Euro Versicherungssumme, wenn sie keine US-Börsennotiz haben. Bei diesen Großkunden ist Chubb vorsichtiger geworden: "Wir beteiligen uns an schweren Risiken nur noch wenn die Konditionen stimmen", sagt Bijan U. Daftari von Chubb.

Kleinere Firmen zahlen etwa ein bis drei Promille der Deckungssumme. Sie drängen auf Prämiennachlässe, weil ihr Schadenverlauf besser sei als der der Großkonzerne. Das räumt Thierry Daucourt von Chubb im Prinzip ein. Gleichwohl stimmt er mit Jörg Bechert vom Makler Aon Jauch & Hübener überein: "Da wird ein Wettbewerb losgetreten, der dem Markt nicht gut tut."

Die Branche muss derzeit für einige Skandale gerade stehen: etwa für die Nachforderung früherer Daimler-Aktionäre wegen der Fusion mit Chrysler. Die Lustreisen der VW-Betriebsräte sollen die Versicherer angeblich 4,5 Mill. Euro kosten. Weder die Versicherer noch der Autokonzern wollten dazu jedoch Stellung nehmen.

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