Verstaatlichung in Venezuela
Allen Stanford gefunden – endgültig

Der mutmaßliche Finanzbetrüger Allen Stanford ist in Virginia aufgespürt worden - seine Anklageschrift hat Stanford nun. Die haben ihm die Ermittler des FBI in die Hand gedrückt. Der Fall Stanford wird bereits mit dem des spektakulären Finanzbetrugs von Bernard Madoff verglichen.

HB NEW YORK/CARACAS. Nach tagelanger Suche haben die US-Behörden den mutmaßlichen Anlagebetrüger Allen Stanford gefunden. Stanford sei am Donnerstag von FBI-Agenten in Fredericksburg im US-Bundesstaat Virginia entdeckt worden, teilten die Behörden mit. Er sei aber nicht festgenommen worden. FBI-Agenten hätten ihm lediglich die Anklageschrift überreicht.

Die US-Börsenaufsicht SEC wirft dem schillernden Geschäftsmann vor, mit seiner Finanzgruppe Anleger weltweit um bis zu acht Mrd. Dollar (6,3 Mrd Euro) geprellt zu haben.

Die FBI-Beamten hätten Stanford Papiere der SEC übergeben, so der TV-Sender weiter. Der Banker sei aber nicht festgenommen worden. Der Fall schlägt weit über Nordamerika hinaus hohe Wellen: Stanfords Finanzgruppe spannt sich von den USA über die Karibikinsel und Steueroase Antigua als wichtigem Stützpunkt bis nach Mittel- und Südamerika.

Das mit am stärksten betroffene Venezuela verstaatlichte unterdessen eine lokale Filiale des Stanford-Konzerns. Nach Ecuador entzog auch das Nachbarland Peru der örtlichen Niederlassung die Geschäftserlaubnis, während britische Beamte eine mögliche Verbindung zu Großbritannien untersuchten.

Die US-Börsenaufsicht SEC wirft Stanford "massiven Betrug" vor, da er hochverzinste Einlagenzertifikate im Wert von acht Mrd. Dollar in betrügerischer Absicht weltweit vertrieben habe. Das Modell wird bereits mit dem mutmaßlichen 50-Milliarden-Dollar-Betrug des Finanzjongleurs Bernard Madoff verglichen. US-Medienberichten zufolge untersuchen die Behörden außerdem, ob Stanford für ein mexikanisches Drogenkartell Geldwäsche betrieben hat.

Allein wohlhabende Venezolaner haben rund zwei Mrd. Euro bei Stanford investiert. Als die Betrugsvorwürfe ans Licht kamen, stürmten sie verängstigt die Geldautomaten. Finanzminister Ali Rodriguez sagte am Donnerstag, die Regierung wolle das Kreditinstitut schnell weiterverkaufen.

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