Verstoß gegen Prüfpflicht
Eine Million Schadensersatz

Das Landgericht München I hat eine der großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften (WP) wegen eines Falschtestats zu einer Schadensersatzzahlung in Höhe von einer Million Euro verurteilt. Geklagt hatte der Insolvenzverwalter einer GmbH, deren Jahresabschluss im Jahr 2004 von der WP geprüft worden war.

HB. Bei ordnungsgemäßer Prüfung des Jahresabschlusses wäre die Insolvenzreife des Unternehmens nämlich Monate früher erkannt worden; das Unternehmen hätte dann keine weiteren Verbindlichkeiten in Millionenhöhe angehäuft. Das Landgericht stellte fest, dass die WP in erheblichem Maße gegen ihre Prüfpflichten verstoßen hat.

So habe sie unter anderem nicht bemerkt, dass die mit einem Wert von rund 2,2 Mill. Euro (zwölf Prozent der Bilanzsumme) erstmalig in dem geprüften Jahresabschluss aktivierten "Patente" nicht als Patente, sondern nur als - von einer Schwestergesellschaft erworbene - Patentanmeldungen existierten. Nach den Feststellungen des gerichtlich bestellten Sachverständigen waren diese Patentanmeldungen nicht erteilungsfähig und hätten wirtschaftlich allenfalls mit 750 000 Euro angesetzt werden dürfen (Az.: 14 O 8038/06).

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