Verteidiger dehnen Prozess aus
Mannesmann-Verteidiger wollen kürzeren Prozess

Die Anwälte ehemaliger Manager des Mannesmann-Konzerns haben am Mittwoch einhellig erklärt, dass die Staatsanwaltschaft den Prozess künstlich verlängere. Damit will die Gegenseite nach Ansicht der Verteidiger eine drohende Niederlage hinauszögern. Die Flut der Beweisanträge seitens der Anklage hält seit über drei Monaten an.

HB DÜSSELDORF. Im Prozess gegen Mannesmann, der derzeit vor dem Düssledorfer Landgericht ausgetragen wird, warfen die Verteidiger der Staatsanwaltschaft nun vor, das Beweisantragsrecht missbraucht zu haben. Aufgrund der nun bereits seit Januar dauernden Beweisaufnahme, drohe der Prozess verschleppt zu werden. Den Anklägern gehe es offenbar nicht mehr darum den Sachverhalt aufzuklären, erklärte Klaus Volk, Verteidiger des Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann. Er forderte daraufhin das Gericht zum Einschreiten auf. Man sei nicht bereit die von der Kammer beschlossenen Ausweitung des Prozesses hinzunehmen.

Damit ist die Geduld der Verteidigung offenbar am Ende. Am Mittwoch hatte einer der Verteidiger außerdem gefordert, das Verfahren seines Mandanten abzutrennen. Frank Linzenich, Anwalt von Dietmar Droste, einem früheren Mitarbeiter der Mannesmann-Direktionsabteilung, erklärte, dass eine Teilnahme an dem langen Vefahren für seinen Klienten nicht zumutbar sei. Darum wolle er so schnell wie möglich "verfahrensbeendigende Handlungen" anschieben. Auch die Verteidiger des ehemaligen IG Metall-Chefs Klaus Zwickel hatten bereits, wenn auch nicht offen, vorgeschlagen, den Prozess für ihren Mandanten zu beenden.

Die drei Verteidiger waren sich einig, dass die Masse der Beweisanträge durch die Staatsanwaltschaft nicht zu dem Verlauf des Prozesses und auch nicht zur Aufklärung der Sachverhalte beitrage. Die Staatsanwaltschaft versuche, mit dieser Strategie die drohende Niederlage hinauszuzögern, sagte Sven Thomas, Esser-Anwalt. "Während der Hauptverhandlung ist zunehmend deutlich geworden, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren verzögern will", kommentierte er das Verhalten der Gegenseite. Es sei anzunehmen, dass verfahrensfremde Zwecke verfolgt würden. Ackermann-Anwalt Klaus Volk riet der Anklage darum, "das Handtuch zu werfen" und forderte das Gericht auf, mehrere Beweisanträge der Anklage nicht zuzulassen, da die Anträge sich mittlerweile auf über ein Dutzend belaufen. Ungerührt von den Vorwürfen der Verteidigerseite schloss die Staatsanwaltschaft ihrerseits nicht aus, noch weitere Beweisanträge zu stellen.

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