Verträge mit Verwandten
Kein Haustürgeschäft mit Neffen

Wer mit Familienmitgliedern geschäftliche Beziehungen eingeht, sollte Vorsicht walten lassen. Das zeigt ein Urteil des Bundesgerichtshofs (XI ZR 243/05).

Ein Mann hatte sich von seinem Neffen überreden lassen, in einen Immobilienfonds zu investieren. Den Kredit dazu vermittelte der Neffe gleich mit. Als sich der Fonds als Rohrkrepierer entpuppte, verklagte der Onkel die Bank auf Schadensersatz: Obwohl er den Vertrag zu Hause unterschrieben habe, sei er nicht über sein Widerrufsrecht bei "Haustürgeschäften" aufgeklärt worden. Für diesen Fehler des mit ihr kooperierenden Vermittlers müsse die Bank geradestehen.

Die Richter entschieden anders: Wer von Verwandten besucht werde, könne nicht reklamieren, in einer "Haustürsituation" überrumpelt worden zu sein. Das Vertrauen zum Neffen habe den Ausschlag für die Anlage gegeben. Eine Chance auf Schadensersatz von der Bank hat der Onkel trotzdem noch, da der Fondsprospekt die wahre Höhe der Vermittlerprovision verschwieg. Das OLG Karlsruhe müsse jetzt prüfen, wie hoch die Provision war und ob die Bank davon wusste, so die Richter.

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