Vertrag mit Constantin verlängert
Bernd Eichinger: Immer ein Highlight

Die Zeremonie in den Räumen der Filmfirma Constantin mitten im Münchener Stadtteil Schwabing dauert kaum mehr als zwanzig Minuten. Produzent und Großaktionär Bernd Eichinger verlängerte am frühen Dienstagabend seinen Produzentenvertrag bis zum 31. März 2009.

DÜSSELDORF. Im Gegenzug unterzeichnete Eichinger mit der Schweizer Filmfirma Highlight einen Optionsvertrag über den Verkauf der 25,1-Prozent-Beteiligung an der Constantin Film. Highlight hält bereits 58 Prozent der Constantin-Anteile.

Damit geht eine Zitterpartie zu Ende. Seit November liefen die Verhandlungen mit dem Großaktionär, Aufsichtsratschef und Produzenten. Allen Beteiligten war nach den geleisteten Unterschriften zum Feiern zu Mute. Eichinger und Highlight-Verwaltungsratspräsident Bernhard Burgener stießen auf die Vereinbarung an und zogen anschließend mit Constantin-Vorstandschef Fred Kogel in den nahen Gourmettempel „Tantris“.

Noch vor über zwei Jahren hatte Eichinger den Einstieg von Highlight als feindlichen Akt begriffen. Doch diese Zeiten sind mit den Verträgen von Dienstag endgültig passé. Burgener sprach gestern von einer „freundschaftlichen Atmosphäre“.

Mit der Unterschrift Eichingers kann Highlight eine Option ausüben und seinen Anteil auf 83 Prozent erhöhen. Daraus ergibt sich auch die Möglichkeit, die Constantin Film von der Börse zu nehmen und die Filmsparten der Schweizer und der Münchener zusammenzulegen. Constantin, seit 1999 an der Börse, hatte 2004 den Rekordumsatz von 247 Millionen Euro erzielt.

Gleichzeitig hat es Highlight geschafft, den Produzenten von Erfolgsfilmen wie „(T)Raumschiff Surprise“ oder „Der Untergang“ weiter an das Unternehmen zu binden. „Eichinger hat etwas, was man nicht kaufen kann: Talent“, schwärmt Burgener.

Der Starproduzent, der 1979 bei Constantin einstieg, hat mehr als 50 Filme produziert. Dazu zählen internationale Erfolge wie „Nirgendwo in Afrika“, „Der Name der Rose“ oder „Das Geisterhaus“. Derzeit arbeitet der eigenwillige Unternehmer an der Verfilmung des Bestsellers „Das Parfüm“: In wenigen Wochen geht es mit den Dreharbeiten in Barcelona und Südfrankreich los. „Das Parfüm zählt zu den drei Filmen im nächsten Jahr mit großem Ausreißerpotenzial“, prognostiziert Kogel.

Die Aufregung unter den rund 250 Constantin-Mitarbeitern ist dennoch groß. Auf einer Mitarbeiterversammlung am Mittwochvormittag beruhigte der frühere Kirch-Manager Kogel seine Mannschaft. „Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung. Es gibt auch keinen Grund für einen Stellenabbau“, sagte der Filmmanager – und verschwand in den Urlaub.

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