Vertragsverlängerung
Kagermann bleibt Solist

Henning Kagermann, der Vorstandsvorsitzende des Softwarekonzerns SAP, wird am heutigen Donnerstag seinen Vertrag verlängern, allerdings wie bereits erwartet wohl nur um ein weiteres Jahr. Wie aus dem Umfeld des Aufsichtsrates verlautet, soll die Sitzung des Kontrollgremiums keine Überraschungen bringen. Das betrifft auch die immer wieder diskutierte Doppelspitze.

FRANKFURT. Bei SAP werden Verträge von Vorständen, die wie Kagermann in diesem Jahr ein Alter von 60 Jahren erreichen, grundsätzlich nur noch um ein Jahr verlängert. Das bedeutet allerdings nicht, dass der langjährige Vorstandschef der Softwareschmiede 2008 ausscheidet. Grundsätzlich sind weitere Jahresverträge denkbar. Sie werden im Umfeld des Unternehmens sogar für relativ wahrscheinlich gehalten.

Schließlich befindet sich der Softwareanbieter in seiner vielleicht schwierigsten Phase der Unternehmensgeschichte. So werden die einst monolithischen Programme in ein modulares und für andere Anbieter offenes System überführt. Erst in ein bis zwei Jahren wird dieser Wechsel abgeschlossen sein. Zudem genießt der 59-jährige Kagermann intern und extern große Anerkennung.

Durch die kurze Vertragslaufzeit ist die Debatte um den Generationswechsel im SAP-Management allerdings nur kurzfristig verschoben, nicht aufgehoben. „Das Thema der Kagermann-Nachfolge steht bei SAP ganz oben auf der Agenda. Daran ändert ein neuer Vertrag für Herrn Kagermann gar nichts“, beschreibt ein Unternehmenskenner die aktuelle Situation.

Als Kandidat wird dabei neben Vertriebsvorstand Leo Apotheker auch Shai Agassi genannt. Der 38-Jährige ist 2002 in den Vorstand von SAP aufgerückt und verantwortet hier die Produkte. Er gilt zudem als einer der Väter der zentralen Technologieplattform NetWeaver. Allerdings ist Agassi intern umstritten. Vor allem die Mitarbeiter in der Walldorfer Unternehmenszentrale begegnen dem Jungmanager zurückhaltend. Aus dem Umfeld des Aufsichtsrats ist denn auch zu hören, dass nicht geplant sei, Agassi im Zuge der Vertragsverlängerung von Kagermann aufzuwerten, etwa durch zusätzliche Aufgaben. „Es wird aktuell kein Zeichen dafür geben, dass er der künftige starke Mann ist“, heißt es. Aus dem Rennen ist Agassi damit nicht. Im Gegenteil: Sollte sich in einigen Jahren zeigen, dass der Umbau der Software zu einem modularen und offenen System Erfolg hat, dürfte seine Position gestärkt sein.

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