"Vertrauen zurückzugewinnen, heißt Transparenz"
Offenlegung der Manager-Gehälter gefordert

Dass sie auf Druck der Anleger ihre Gehälter vor den Aktionären und damit vor der Öffentlichkeit enthüllen sollen, fällt den Topmanagern der meisten deutschen Konzerne schwer zu akzeptieren.

HB BERLIN. Die Herren in den dunklen Anzügen tun sich schwer. Nur ein Drittel der 30 Großen im Deutschen Aktienindex DAX weist die Vergütungen von Vorstand und Aufsichtsrat einzeln aus - so empfiehlt es der „Corporate Governance Kodex“ in seinen Leitlinien zur guten Unternehmensführung. Doch die Tage der Diskretion sind gezählt. Der Druck internationaler Anleger wächst. Die Politik hält sich für gesetzliche Regelungen bereit. Auch die EU arbeitet an strengen Vorgaben für Offenheit und Kontrolle. Die Appelle für ein Ende der Geheimniskrämerei waren eindringlich: „Die beste Möglichkeit, Vertrauen zurück zu gewinnen, heißt Transparenz“, warb Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD).

Der internationale Standard lasse gar keine Wahl, mahnte Gerhard Cromme, Aufsichtsratschef bei Thyssen-Krupp und Vorsitzender der Regierungskommission, die den Kodex vor zwei Jahren vorlegte. „Der Zug ist abgefahren.“ Und auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) argumentierte am Donnerstag bei einer Konferenz in Berlin: „Wo Vergütungen genierlich sind, sollte man eher über eine Anpassung nachdenken als über eine Verhüllung.“ Bis zum Sankt-Nimmerleinstag auf eine Einsicht der verschlossenen Konzerne warten wolle sie nicht.

Doch die Bedenken bei vielen Wirtschaftskapitänen halten sich hartnäckig. Auch die hochkochende Empörung über Millionen schwere „Abzocker“ in den Chefetagen hat Spuren hinterlassen: „Wenn die öffentliche Diskussion weniger emotional wäre, würde das den Unternehmen erleichtern, diese Informationen zu veröffentlichen“, sagte Siemens-Aufsichtsratschef Karl-Hermann Baumann. So bald „wie möglich und zweckmäßig“ könne dies auch bei DaimlerChrysler in Betracht kommen, sagte der Vorsitzende des Kontrollgremiums, Hilmar Kopper.

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