Verwaltungsrat diskutiert noch
Francioni ist frei

Bei Reto Francioni scheint der Übergang vom Amt des Präsidenten der Schweizer Börse SWX zum Chefposten der Deutschen Börse schneller zu gehen als gedacht. Die einen wollen ihn zügig loswerden, die anderen ihn noch in diesem Jahr haben.

HB ZÜRICH/FRANKFURT. Einem Start Francionis beim Frankurter Börsenbetreiber stehe sehr kurzfristig nach der entscheidenden Sitzung des Aufsichtsrats am 10. Oktober nichts im Wege, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch aus Aufsichtsratskreisen. Dem Aufsichtsrat sei an einem möglichst raschen Ende der seit Mai andauernden Führungskrise bei der Börse gelegen.

Der Verwaltungsrat des bisherigen Francioni-Arbeitgebers, der Schweizer Börse SWX, hat seinen Präsidenten freigestellt. Francioni werde auf eigenen Antrag per sofort von allen Verpflichtungen entbunden, teilte die SWX am Mittwoch mit. Bis zur Wahl eines Nachfolgers stehe der Verwaltungsrat unter Führung seines bisherigen Vizepräsidenten, Jacques de Saussure. Francioni hatte im Zusammenhang mit seinem geplanten Wechsel auf die Position des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Börse AG bereits seinen Abschied aus dem SWX- Verwaltungsrat angekündigt. Als Nachfolger schlug er Vorstand Antoinette Hunziker vor.

„Bei der Ablösung von Reto Francioni vom Präsidium handelt es sich um einen normalen Prozess. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit ihm in seiner neuen Funktion“, erklärte Saussure. Am Vormittag hatte die SWX bereits über einen Sprecher mitgeteilt, eine Freistellung Francionis wegen möglicher Interessenkonflikte - beispielsweise bei der gemeinsamen Terminbörse Eurex - zu prüfen. Die Deutsche Börse und SWX teilen sich die Gewinne aus der Terminbörse im Verhältnis 85 zu 15.

Die Freistellung kommt den Frankfurtern entgegen. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats der Deutschen Börse hatte Francioni kürzlich als neuen Vorstandsvorsitzenden vorgeschlagen. Wann Francioni das neue Amt antritt, steht noch nicht fest. Bisher galt in der Frankfurter Finanzszene der Jahreswechsel als wahrscheinlichster Termin.

Francionis Vorgänger bei der Deutschen Börse, Werner Seifert, hatte während seiner Amtszeit erfolglos versucht, den Frankfurter Börsenbetreiber mit der London Stock Exchange (LSE) zu verschmelzen. Kritische Großaktionäre zwangen ihn daraufhin im Mai zum Rücktritt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%